Polnische Polizei greift durch: 48 Schwulen-Unterstützer aus dem Verkehr gezogen

Warschau. In Polen gibt es schon wieder Ärger mit renitenten Schwulen-Aktivisten. Bei Protesten gegen die Festnahme einer LGBT-Aktivistin in Polen sind 48 Demonstranten in Gewahrsam genommen worden. Den Festgenommenen wird unter anderem Beleidigung von Polizeibeamten und Beschädigung eines Polizeiautos vorgeworfen. Abonniere jetzt: >> Die starke Stimme für deutsche Interessen

Dutzende Demonstranten hatten zuvor in Warschau versucht, die Polizei an der Festnahme der Aktivistin zu hindern. Sie versperrten dem Polizeiauto mit der Festgenommenen den Weg, einige sprangen nach Polizeiangaben dabei auch auf den Wagen. Die Beamten konnten den Weg aber schließlich freimachen.

Ein Gericht hatte zuvor eine zweimonatige Untersuchungshaft gegen die Frau verhängt. Sie wird beschuldigt, im Juni in Warschau einen Lieferwagen mit homophoben Sprüchen beschädigt zu haben. Außerdem soll sie die Besitzerin des Wagens, die als Freiwillige für eine Anti-Abtreibungs-Stiftung tätig ist, geschubst haben. Die Aktivistin taucht in den Gerichtsunterlagen offiziell als Mann unter dem Namen Michal Sz. auf, hält sich jedoch selbst für eine Frau und nennt sich Margo.

Margo gehört einer Aktivistengruppe an, die bereits im Verdacht steht, mehrere Denkmäler in Warschau, darunter eine Jesus-Statue, mit LGBT-Flaggen und anarchistischen Symbolen behängt zu haben. Gegen drei mutmaßliche Täter wurde Anklage wegen Entweihung von Denkmälern und Verletzung religiöser Gefühle erhoben. (mü)

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