Polizei-Gewerkschaft schlägt Alarm: Stimmung unter Berliner Polizisten wird immer schlechter
Berlin. In Berlin ist die Stimmung unter Polizisten derart schlecht, daß immer mehr Kollegen einfach nur weg wollen. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) schlägt Alarm, weil diese Entwicklung die Personalsituation in der Hauptstadt weiter zu verschärfen droht. Abonniere jetzt: >> Die starke Stimme für deutsche Interessen
Nach GdP-Angaben ist die Zahl der Polizisten, die Berlin verlassen wollen, von zwischen 60 und 100 Polizisten pro Jahr zwischen 2010 und 2020 auf nunmehr 150 Kollegen gestiegen.
Vor allem die Arbeitsbelastung im Vollzugsdienst sei in den vergangenen Jahren „massiv gestiegen“, klagt Berlins GdP-Sprecher Benjamin Jendro. Einer der Gründe sei eine ständige Zunahme von Großveranstaltungen. Im Jahr 2020 waren es trotz Corona mehr als 5100 Kundgebungen und Demonstrationen. Das bedeutet eine Verdoppelung im Vergleich zum Jahr 2010.
Zudem wachse im rot-rot-grünen Berliner Senat die Erwartungshaltung, daß die Polizei ihre Präsenz ausbaut. „Und zwar selbst nicht nur für Aufgaben wie die Überwachung der Organisierten Kriminalität in Clan-Bereichen, sondern etwa bei Aufgaben wie der Überwachung von Fahrverbotszonen für Dieselfahrzeuge, was jetzt keine originäre Aufgabe der Polizei ist“, so Jendro.
Inzwischen wird die Personaldecke dünn. Um ihre Aufgaben erfüllen zu können, braucht die Berliner Polizei allein im Vollzugsdienst eine Stärke von 21.000 Beamten. Aber zu dieser Zahl fehlen derzeit 3000 Polizisten. Abonniere jetzt: >> Die starke Stimme für deutsche Interessen
Für wachsenden Unmut unter den Berliner Polizisten sorgt auch eine „mangelnde Wertschätzung durch Teile der Politik im Berliner Senat“, betont der Polizeigewerkschafter. Zwar spürten die Kollegen „Rückendeckung“ von Innensenator Andreas Geisel (SPD). Doch mit den Positionen von Grünen und Linken wie etwa bei deren Auslegungen zum Anti-Diskriminierungs- und auch Versammlungsfreiheitsgesetz werde vielfach gehadert. „Auch die grundsätzlich kritische Haltung dieser Parteien der Polizei gegenüber, dieses Mißtrauen, macht Kollegen krank“, weiß der GdP-Funktionär. (rk)
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