Politisch korrekter Streit um ein Gemeindewappen: Der Mohr mußte weg
Möhringen. Denkmalschutz und Tradition haben gegen die „Rassismus“-Keule keinen guten Stand. Das macht ein aktueller Fall aus Möhringen in Baden-Württemberg deutlich.
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In der Gemeinde, die zum Stadtbezirk von Stuttgart gehört, war 2020 eine „Rassismus“-Debatte um das altüberlieferte Wappen aufgeflammt. Dieses zeigt auf dem heraldisch gevierteten Schild rechts oben einen Mohren mit Kraushaar und herzhaften roten Lippen. Von ihm leitet sich auch der Name „Möhringen“ ab.
Nachdem jahrhundertelang niemand am Wappen Anstoß genommen hatte, forderten im Juni 2020 die Initiatoren einer Online-Petition eine Abänderung und ein „klares Zeichen gegen Rassismus“. Rund 2800 Unterschriften kamen zusammen. Der Gemeinderat machte sich dies zueigen und formulierte mehrere Anträge auf Änderung des Wappens und Entfernung des Mohren.
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Aus dem damals ins Leben gerufenen Ideenwettbewerb ging nun der Designer Gunther Stolle als Sieger hervor. Er ist Fahrzeugdesigner in der Stuttgarter Automobilbranche und legte kürzlich seinen Entwurf vor.
Dieser weist in der Mitte eine angedeutete Banderole als verbindendes Element auf und zeigt die drei Stadtteile Sonnenberg, Möhringen und Fasanenhof. Am schwierigsten seien die Motive gewesen, ließ Stolle die Lokalpresse wissen. Er entschied sich für etwas „Positives“ und ersetzte den Mohrenkopf kurzerhand durch die Sonne.
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Problematisch findet er aber, daß in den Ideenwettbewerb zu wenige dunkelhäutige Menschen einbezogen wurden. „Wir haben uns einfach eine Meinung gebildet, ohne diejenigen zu fragen, die sich hätten diskriminiert fühlen können“, findet Stolle.
Das bisherige Möhringer Wappen soll – zunächst zumindest – nicht getilgt werden. Es kann weiter verwendet werden, soll aber künftig in den historischen Kontext „eingebettet“ werden. Das Kulturamt soll erklären und kommentieren, warum es so aussieht, wie es aussieht. (tw)
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