Politik stimmt auf Blackout-Szenarien ein: Wer ist schuld, wenn das Licht ausgeht?
Berlin/Düsseldorf. Politik und Medien stimmen die Öffentlichkeit verstärkt auf mögliche Strom- und Energieausfälle bereits in nächster Zeit ein. Dabei wird derzeit eine ganze Palette an möglichen Ursachen ins Gespräch gebracht: zahlreiche Kohle- und Atomkraftwerke, die zur Jahreswende abgeschaltet werden, fast leere Gasspeicher (angeblich wegen fehlender russischer Lieferungen) – aber sogar die „Omikron“-Variante des Corona-Virus muß herhalten. Abonniere jetzt: >> Die starke Stimme für deutsche Interessen
Tatsächlich wird in einem aktuellen Online-Newsletter des „Spiegel“ die Möglichkeit angesprochen, wegen Omikron (!) drohe „eine Überlastung nicht nur der Gesundheitssysteme, sondern auch von Teilen der sogenannten kritischen Infrastruktur, etwa bei Polizei, Feuerwehr, Wasser- und Stromversorgung“. Abonniere jetzt: >> Die starke Stimme für deutsche Interessen
Gravierender ist freilich der Gasmangel, der sich bei einigen Energieversorgern bemerkbar macht. Der Energieversorger RWE gibt daher für einige seiner Kraftwerke in NRW bereits beunruhigende Prognosen heraus und warnt seine Handelspartner an der Strombörse EEX vor Kraftwerksausfällen. In der Zeit bis zum 1. April könne es bei mehreren Kraftwerken in Nordrhein-Westfalen zu Betriebsunterbrechungen kommen, deren Grund das erhöhte Risiko von Lieferschwierigkeiten bei Erdgas sei, heißt es in einer Meldung des Unternehmens. Abonniere jetzt: >> Die starke Stimme für deutsche Interessen
Dies könnte das Kraftwerk Gersteinwerk im Landkreis Unna sowie mehrere Vorschaltgasturbinen im Kraftwerk Weisweiler betreffen. Es handle sich um eine Vorsichtsmaßnahme, sagte ein RWE-Sprecher. „Mit der Meldung signalisieren wir den Marktteilnehmern frühzeitig und transparent ein in diesem Winter möglicherweise eintretendes Szenario.“ Abonniere jetzt: >> Die starke Stimme für deutsche Interessen
Fehlende russische Gaslieferungen sind daran allerdings nicht schuld. Die russische Regierung beharrt darauf, daß sie allen bestehenden LIeferverpflichtungen nachkomme. Allerdings hat Kremlchef Putin in den letzten Wochen immer wieder darauf hingewiesen, daß Rußland sofort mehr Gas liefern könnte, wenn die längst fertiggestellte Ostseepipeline Nord Stream 2 ihren Betrieb aufnähme. Abonniere jetzt: >> Die starke Stimme für deutsche Interessen
Doch das wird derzeit durch ein Zertifizierungsverfahren bei der Bundesnetzagentur verzögert, während sich beim grünen Koalitionspartner der politische Widerstand gegen eine Inbetriebnahme zusehends versteift. Erst dieser Tage bezeichnete der neue grüne Wirtschafts- und Klimaschutzminister Habeck Nord Stream 2 als „geopolitischen Fehler“ und forderte, das Projekt in einem Ukraine-Konfliktfall ganz zu stoppen. (se)
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