Polens Präsident Morawiecki will keine „Vereinigten Staaten von Europa“: „Wird es nie geben“
Brüssel/Warschau. In der EU vertiefen sich die Gräben zwischen West und Ost – nicht nur bei Themen wie Gender-Politik oder Zuwanderung. Auch die von führenden EU-Politikern vorangetriebene Vision der „Vereinigten Staaten von Europa“ wird in Ländern wie Polen unverhohlen abgelehnt. Abonniere jetzt: >> Die starke Stimme für deutsche Interessen
Das machte kürzlich der polnische Ministerpräsident Morawiecki in einem „Newsweek“-Interview deutlich, in dem er unmißverständlich erklärte: „Wir sollten nicht erwarten, daß es so etwas wie die Vereinigten Staaten von Europa geben wird, weil es sie so nie geben wird.“ Sollte die EU versuchen, „Supermacht“ werden, werde es zwangsläufig zu Reibungen kommen, „die noch größer werden, wenn diejenigen aus Brüssel, Berlin oder Paris versuchen würden, alle anderen Mitgliedstaaten in eine Supermacht zu drängen“.
Morawiecki wünscht sich hingegen ein Europa, das die nationalen Kulturen und nationalen Identitäten bewahrt. Im Interview erklärte er weiter: „Es gibt 27 Länder in der EU, dazu noch einige, die eng mit ihr verbunden sind, jedoch nicht der Europäischen Union angehören, aber alle verfügen sie über eine starke Identität, ein kulturelles Erbe, eine Sprache und eine Tradition.“ Ein Europa, das stark sein wolle, müsse „ein Europa der Heimat sein“.
Mit dieser Positionierung liegt Morawiecki eher auf der Linie des ungarischen Präsidenten Orbán und anderer ostmitteleuropäischer Politiker, die der EU zunehmend mißtrauen. Weitere Konflikte mit Brüssel sind vorprogrammiert. (mü)
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