Polen kriegt den Hals nicht voll: Polnischer Botschafter mahnt deutsche Reparationen an

Warschau. Eine Zeitlang war Funkstille, weil Polen derzeit genügend andere Probleme hat. Doch jetzt meldete sich der polnische Botschafter in Deutschand, Andrzej Przylebski, wieder mit einem polnischen Dauerbrenner zu Wort: den Reparationsforderungen gegen die Bundesrepublik. Dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) gegenüber erklärte er jetzt, die Diskussion über deutsche Reparationen habe „eigentlich noch nicht begonnen“. Das Thema sei ein „Problem in unseren Beziehungen.“ Abonniere jetzt: >> Die starke Stimme für deutsche Interessen

Der Botschafter unterstrich, die polnische Regierung warte auf Vorschläge aus Berlin, um den Konflikt um deutsche Reparationszahlungen zu lösen. Gesten wie der Kniefall Brandts seien „natürlich schön und wichtig“, sagte Przylebski. „Aber wenn ihnen keine harte organische Arbeit auf allen politischen und gesellschaftlichen Ebenen folgt, verblaßt ihr Sinn ein wenig.“

Der frühere SPD-Bundeskanzler Willy Brandt war vor 50 Jahren, am 7. Dezember 1970, vor dem Warschauer-Ghetto-Denkmal in Warschau theatralisch niedergekniet – das Bild gilt bis heute als Symbol der deutsch-polnischen Aussöhnung. Sie ist der Warschauer Regierung aber, wie sich zeigt, zu wenig. Sie will – trotz des Raubs eines Viertels des deutschen Staatsterritoriums und der Vertreibung und Entrechtung von Millionen Volksdeutschen – nochmals Miliarden von Deutschland. Die Bundesregierung lehnt das bislang ab. (mü)

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