Peinlicher Marine-Auftritt im Roten Meer: US-Drohne bekämpft – danebengeschossen – keine Munition mehr
Berlin. Die Auslandseinsätze der Bundeswehr werden immer desaströser. Jetzt machte sich die Marine mit ihrem Einsatz im Roten Meer zum internationalen Gespött, und das gleich auf mehrfache Weise.
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Zum einen: die erste Kampfhandlung der deutschen Fregatte „Hessen“ im Einsatzgebiet richtete sich nicht etwa gegen die Huthi-Rebellen, sondern gegen eine unerkannte US-Kampfdrohne vom Typ MQ-9 „Reaper“ (Stückpreis: 30 Millionen Euro). Die Aufklärung an Bord der „Hessen“ hielt sie für eine feindliche Drohne. Doch die beiden abgefeuerten Abfangraketen verfehlten ihr Ziel und stürzten ins Meer.
Damit nicht genug: der Einsatz brachte die „Hessen“ offenbar bereits an die Grenzen ihrer Kapazitäten – denn die Munition geht aus. Aus Marinekreisen ist zu hören, die „Hessen“ sei zwar voll aufmunitioniert in Richtung Rotes Meer in See gestochen. Wenn sie aber alle Raketen verschossen habe, gebe es nur für einen der drei mitgeführten Raketentypen „minimalen“ Nachschub aus deutschen Depots, für die anderen beiden Raketentypen gebe es überhaupt keinen Nachschub.
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Auch der zuständige Flottenadmiral Axel Schulz, Kommandeur der Einsatzflottille 2 in Wilhelmshaven, zu der auch die „Hessen“ gehört, muß zugeben: es gebe nur „eine begrenzte Anzahl an Flugkörpern“. Und: „Irgendwann wird uns gerade die Hochwert-Munition ausgehen. Wenn wir irgendwann mal keine Munition mehr haben sollten, wenn wir alles verschossen haben, dann wird der Einsatz sowieso beendet sein für uns.“
Das ist in Marinekreisen aber nichts Neues. Schon im Januar schlug Marineinspekteur Jan Christian Kaack Alarm. Mit Blick auf die Einsatzfähigkeit der Fragette erklärte er unumwunden: „Auch im Bereich der Beschaffung von Munition sind wir leider noch nicht da, wo wir hinmüssen.“ Er mache sich große Sorgen „um die Durchhaltefähigkeit unserer Einheiten“.
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Alles andere als begeistert zeigt man sich über diese Situation auch bei der CDU. Deren verteidigungspolitischer Sprecher im Bundestag, Florian Hahn, ließ die „Welt“ wissen: „Wir haben jetzt erst auf Nachfrage erfahren, daß offensichtlich ein Teil der Munition der Fregatte ‘Hessen’ nicht mehr nachzubeschaffen ist, weil es die entsprechende industrielle Kapazität nicht mehr gibt.“ „Wenn die Bestände also leergeschossen sind, kann die Marine sie nicht mehr nachfüllen – und muß die Fregatte abziehen.“ Die Regierung habe das gegenüber der Opposition seit Monaten verschleiert. „Das Parlament hat also einen Einsatz beschlossen, ohne zu wissen, daß es offensichtlich ein Munitionsproblem der Fregattenklasse 124 gibt“, stellte Hahn fest. Kommentar überflüssig. (he)
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