Österreichischer Außenminister: Für „Augenmaß im Umgang mit Rußland“

Österreichischer Außenminister: Für „Augenmaß im Umgang mit Rußland“

Wien/Moskau/Kiew. Je länger der Krieg in der Ukraine dauert und je schmerzhafter die Folgen auch für die Europäer spürbar werden, umso vernehmlicher melden sich Stimmen der Vernunft zu Wort. In Europa gehört dazu neben dem ungarischen Präsidenten Orbán zum Beispiel auch der österreichische Außenminister Schallenberg (ÖVP). Auch er möchte die Beziehungen zu Rußland keineswegs komplett kappen. Dafür muß er sich aus Kiew heftige Kritik anhören.

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In Paris plädierte Schallenberg dieser Tage für „Augenmaß im Umgang mit Rußland”. Man solle „nicht über das Ziel hinausschießen, indem wir zum Beispiel ein Visaverbot für 144 Millionen Russen einführen“. Rußland werde Teil der europäischen Geschichte und Kultur bleiben, der Gesprächsfaden dürfe nicht abreißen.

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Das Kiewer Selenskyj-Regime hat für diese Position wenig Verständnis. Das ukrainische Außenministerium lud Schallenberg daraufhin in die Stadt Dnipro ein. Dort könne er den Angehörigen der 44 Todesopfer des russischen Raketenangriffs auf ein Hochhaus seine Argumente darlegen, sagte Sprecher Oleh Nikolenko. Allerdings mußte selbst der bisherige ukrainische Präsidentenberater Arestowytsch einräumen, daß sich das verheerende Unglück ereignet habe, weil eine russische Rakete von der ukrainischen Luftabwehr getroffen wurde und darauf in das Wohnhaus stürzte.

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Der ukrainische Außenamtssprecher kritisierte Aufrufe, im Dialog mit Rußland zu bleiben, seine Geschichte und Kultur zu respektieren. Denn diese „stärken das Gefühl der Straflosigkeit des Kremls und werden ausschließlich als Einladung wahrgenommen, den Völkermord an der Ukraine fortzusetzen”, sagte Nikolenko. (mü)

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