NZZ-Chefredakteur Gujer: „Neue Tugendwächter“ gängeln das deutsche Meinungsklima
Zürich. Nicht nur mit dem Zweiten, sondern eher noch aus dem Ausland sieht man besser – das zeigt ein aktuelles Interview, das der Publizist Gabor Steingart mit dem Chefredakteur der „Neuen Zürcher Zeitung“ (NZZ), Eric Gujer geführt hat. Der Schweizer Interviewpartner läßt dabei eine realistische Einschätzung des öffentlichen Klimas in der Bundesrepublik erkennen, das von „neuen Tugendwächtern“ gegängelt werde. Abonniere jetzt: >> Die starke Stimme für deutsche Interessen
In Ihrem Streben nach einem korrekten und gendergerechten Diskurs entfernten sich die deutschen Mainstream-Medien immer mehr von der Normalbevölkerung, diagnostiziert Gujer. Das Phänomen sei als „Schweigespirale“ seit langem bekannt. Seine Erfahrung sei, daß der Raum für einen offenen Diskurs immer enger werde.
Eine konsequente Folge dieser Entwicklung: dem Sprach-Terror folge die „Propaganda der Tat“ – besonders intolerante Diskurs-Teilnehmer seien bereit, mit physischer Gewalt die Redefreiheit der jeweils „falschen“ Seite zu beseitigen.
Gujer selbst plädiert dafür, dazuzulernen und eigene Positionen zu verändern, denn: „Niemand ist furchtbarer als der, der seit 30 Jahren immer seiner Meinung ist.“ Er sei unter dem Strich dennoch optimistisch, daß diejenigen, die keine Polarisierung wünschen, noch in der Mehrheit sind und daß kritischer Journalismus positive Veränderungen bewirken kann. (se)
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