Nord-Stream-Sabotage: AfD sieht „staatlichen Akteur“ hinter dem Anschlag

Nord-Stream-Sabotage: AfD sieht „staatlichen Akteur“ hinter dem Anschlag

Berlin/Brüssel. Nachdem außer Zweifel steht, daß es sich bei der Beschädigung der beiden Nord-Stream-Leitungsstränge um einen vorsätzlichen Sabotageakt handelte, simulieren EU und etablierte Bundestagsparteien hektische Aktivität und kündigen „Sanktionen“ an – gegen wen sie sich richten sollen, bleibt unklar. So erklärte der EU-Außenbeauftragte Borrell, es werde eine „robuste und gemeinsame Reaktion“ der EU geben, äußerte aber keinen Verdacht, wer hinter dem Anschlag stecken könnte.

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Andere westliche Akteure versuchen, Rußland für den Sabotageakt verantwortlich zu machen. So beruft sich die Londoner „Times“ auf Kreise im britischen Verteidigungsministerium, wonach die Pipeline durch einen Sprengsatz zerstört worden sei, der Wochen vor der Detonation ins Meer geworfen worden sei. Eine russische Unterwasserdrohne mit einer Sprengladung sei das „wahrscheinlichste Szenario“, suggeriert die „Times“. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow wies die Vorwürfe als „vorhersehbar und dumm“ zurück. Der an den Pipelines entstandene Schaden verursache Rußland hohe wirtschaftliche Verluste. Die Leitungen seien mit Gas gefüllt gewesen. Alle Systeme seien betriebsbereit gewesen, „und Gas ist sehr teuer“. Rußland erwarte, daß in einer Untersuchung geklärt wird, was mit den Pipelines passiert sei. Der russische Energiekonzern Gazprom werde als Eigentümer der Leitungen an der Untersuchung teilnehmen.

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Im Bundestag wird unterdessen nur die AfD-Fraktion präziser und forderte eine rückhaltslose Aufklärung des Anschlags und seiner Hintergründe. Der verteidigungspolitische Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion, Rüdiger Lucassen, verlangte von der Bundesregierung umgehend Aufklärung über alle bisher vorliegenden Erkenntnisse.

Wörtlich sagte Lucassen: „Die Situation ist ernst. 100 Kilometer vor der deutschen Küste wurde in Meerestiefen von 70 bis 90 Metern ein Teil unserer kritischen Energieinfrastruktur angegriffen. Die dafür notwendigen Fähigkeiten deuten auf einen staatlichen Akteur hin.“ Der AfD-Politiker sprach von einem „direkten feindlichen Akt gegen unser Land“ und betonte: „Außer Deutschland und Rußland hat praktisch kein anderes Land ein Interesse an der Funktionsfähigkeit von Nord Stream 1 und 2.“ Die Bundesregierung müsse „mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln“, auch nachrichtendienstlichen, die Schuldigen identifizieren und zur Verantwortung ziehen. (se)

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