Neuer Tiefschlag für die Bundeswehr: Hochmoderner Schützenpanzer „Puma“ offenbar einsatzuntauglich

Neuer Tiefschlag für die Bundeswehr: Hochmoderner Schützenpanzer „Puma“ offenbar einsatzuntauglich
Wikimedia/© Boevaya mashina/

Berlin. Die Bundeswehr kommt nicht aus den Schlagzeilen, und ein Skandal jagt den anderen. Nach dem jüngsten Munitions-Skandal nun die nächste Pleite: der topmoderne Schützenpanzer „Puma“, der den in die Jahre gekommenen „Marder“ ersetzen soll, erweist sich als praktisch nicht einsatzfähig.

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Der Kommandeur der 10. Panzerdivision, Generalmajor Ruprecht von Butler, sah sich dieser Tage zu einer Brandmail an den Generalinspekteur des Heeres veranlaßt: nach nach einer Schießübung mit 18 der hochmodernen Schützenpanzer war kein einziger mehr einsatzbereit.

Eigentlich sollten die technisch ausgefuchsten Panzer, denen der Generalinspekteur erst im März 2021 nach einer Pannenserie und anspruchsvollen Tests die Frontreife bescheinigt hatte, im kommenden Jahr für die Schnelle Eingreiftruppe der NATO abgestellt werden. Doch das steht jetzt in den Sternen. Die letzten beiden noch einsatzbereiten „Puma” seien „am gestrigen Schießtag nach anderthalb Stunden mit Turmdefekten” auch noch ausgefallen, schreibt Generalmajor Ruprecht von Butler.

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Die Art der Mängel seien der Truppe bereits bekannt gewesen, heißt es in der Mail, sie seien „allerdings noch nie in dieser Häufigkeit” aufgetreten. Damit sei nicht zu rechnen gewesen, denn die Systeme seien nur auf Schießbahnen in der norddeutschen Tiefebene bewegt und dort „nicht übermäßig beansprucht” worden. Nach Einschätzung des Schirrmeisters der betroffenen Kompanie, die er für sehr glaubhaft halte, schreibt der General, „müssen wir davon ausgehen, daß die volle Einsatzbereitschaft der Kompanie erst wieder in drei bis vier Monaten hergestellt werden kann”.

Weiter heißt es in der Mail: „Sie können sich vorstellen, wie die Truppe die Zuverlässigkeit des Systems ‚Puma‘ nun bewertet”. Die Einsatzbereitschaft des Fahrzeugs werde „trotz aller guten Vorbereitungen zum Lotteriespiel, ich muß es leider so hart ausdrücken”.

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Mit der üblichen Zuverlässigkeit deutscher Landfahrzeuge sei dies nicht zu vergleichen. „Dies ist gerade auch für die mir unterstellte Truppe belastend.” Da der „Puma” voraussichtlich bis Ende April 2023 nun nicht zur Verfügung stehen werde, werde er bei der schnellen Eingreiftruppe der NATO „bis auf Weiteres” durch den alten, aber bewährten Schützenpanzer „Marder” ersetzt.

Das von Krauss-Maffei Wegmann und der Rheinmetall Landsysteme GmbH entwickelte und produzierte Gefechtsfahrzeug hatte in den letzten Jahren vor allem als „Pannenpanzer” Schlagzeilen gemacht. (rk)

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