Neue „Rassismus“-Kasperliade in den Niederlanden: „Rassistische“ Kutsche soll weg
Den Haag. Als ehemalige Kolonialmacht haben die Niederländer in der derzeitigen „Rassismus“-Hysterie ihre Nase ziemlich weit vorn. Jetzt ein neuer Höhepunkt in der Bewältigung des kolonialen Erbes: die Goldene Kutsche, seit Ende des 19. Jahrhunderts Symbol der niederländischen Monarchie, muß entsorgt werden. Sie zeigt nämlich nach Auffassung politisch korrekter Vergangenheitsbewältiger ein „rassistisches“ Motiv. Abonniere jetzt: >> Die starke Stimme für deutsche Interessen
Als besonders verdächtig konnte ein Motiv des aufgemalten Bilderschmucks auf der Kutsche ausgemacht werden. Es zeigt eine weiße Frau – die „niederländische Jungfrau“ – auf einem Thron. Zu ihren Füßen knien schwarze Menschen und bieten Geschenke an. Die Malerei trägt den Titel „Huldigung der Kolonien“.
Die Bürger Amsterdams hatten die Kutsche samt Motiv 1898 „ihrer“ Königin Wilhelmina zu Ehren der Thronbesteigung geschenkt. Genutzt wird sie, abgesehen von Sonderereignissen wie königlichen Hochzeiten, nur einmal im Jahr, am Prinsjesdag. Die Kutsche wird dann aus dem Museum geholt und die wenigen hundert Meter vom Palast Noordeinde zum Ridderzaal gezogen. Dort hält der Monarch im Rahmen der Parlamentseröffnung seine alljährliche Thronrede.
Schon vor einigen Jahren forderten linke und grüne Abgeordnete die Abschaffung der „bedenklichen“ Kutsche. Ministerpräsident Mark Rutte nannte die Diskussion seinerzeit „bizarr“. Jetzt ist sie aber neu entflammt. Nach Auffassung von Kritikern ist die fragliche Malerei „rassistisch“ und verherrlicht die koloniale Vergangenheit des Landes. Dabei hatte König Wilhelm-Alexander noch im Sommer verlautbaren lassen, daß das „Sklaven-Bild“ bei der Restaurierung nicht entfernt werde. „Es ist Teil des niederländischen Kulturerbes“, so der König.
Doch jetzt ist das weitere Schicksal der Kutsche ungewiß. Nach der Restaurierung soll sie zunächst ins Amsterdamer Museum für Stadtgeschichte. Dort plane man eine „umfangreiche und „diverse“ Ausstellung zur Geschichte der Kutsche. Dabei würden auch Kolonialismus und Rassismus thematisiert, so das Museum. Den Kritikern geht dies nicht weit genug. Sie fordern, die Kutsche dauerhaft im Museum zu belassen. (mü)
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