Neue deutsche Klima-Weltpolitik: Baerbock holt Greenpeace-Chefin ins Außenministerium

Neue deutsche Klima-Weltpolitik: Baerbock holt Greenpeace-Chefin ins Außenministerium
Wikimedia/boellstiftung - https://www.flickr.com/photos/44112235@N04/49638476453/Foto: Stephan Röhl/

Berlin. Es ist schon ein besonders draller Fall von Lobbyismus: die US-amerikanische Klima-Aktivistin und Greenpeace-Chefin Jennifer Morgan soll zum 1. März als Sonderbeauftragte für internationale Klimapolitik und designierte Staatssekretärin im Auswärtigen Amt ihren Dienst antreten. Die grüne Außenministerin Annalena Baerbock schwärmt von einer „Traumbesetzung“ für den Posten, die ein „wichtiges Signal für den internationalen Klimaschutz“ setze.

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Tatsächlich gilt Morgan als erfahrene, vor allem aber international gut vernetzte Klimaexpertin. Die US-Amerikanerin spricht fließend Deutsch, arbeitet in Amsterdam und lebt in Berlin. Sie hält sich zugute, daß sie bei jeder internationalen Klimakonferenz seit der ersten 1995 in Berlin dabei war.

In ihrer neuen Funktion im Baerbock-Ministerium soll Jennifer Morgan unter anderem Deutschland auf der Weltklimakonferenz vertreten und in Zusammenarbeit mit den anderen zuständigen Ressorts die internationale Klimainitiative Deutschlands leiten. Diese Initiative unterstützt vor allem Länder des globalen Südens bei Klimaprojekten, wie etwa dem Ausstieg aus Kohlestrom in Südafrika. Insgesamt steht dafür ein Budget von fast sechs Milliarden Euro zur Verfügung.

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Außenministerin Baerbock setzt mit Jennifer Morgan ein politisches Zeichen: sie will ihr Koalitionsversprechen umsetzen, mehr für die Klimapolitik zu tun. „Ich kenne weltweit keine zweite Persönlichkeit mit ihrer Expertise, Vernetzung und Glaubwürdigkeit in der internationalen Klimapolitik“, sagte Baerbock. Sie verspricht sich von der neuen Personalie, daß Deutschland seine selbstgesteckten Klimaziele erreicht und in Zukunft auch auf internationaler Ebene eine Rolle als Klimavorreiter einnimmt.

Den Einwand, daß die neue Klima-Staatssekretärin als Amerikanerin Deutschland womöglich nicht angemessen vertreten könne, läßt die Ressortchefin nicht gelten: „Die Welt ist global, und daher ist unser Personal auch global unterwegs.“

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Im Augenblick freilich ist Jennifer Morgan noch nicht einmal deutsche Staatsbürgerin. Zunächst muß also erst einmal die Einbürgerung bewilligt werden. (rk)

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