Netzwerk türkischer Politiker in Deutschland: Erdogans Einflußagenten?

Berlin. Immer mehr türkischstämmige Politiker in Deutschland treten früher oder später offen als Propagandisten für den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan und seiner Partei AKP auf. Werden solche Karrieren von Ankara wohlwollend unterstützt? Abonniere jetzt: >> Die starke Stimme für deutsche Interessen

Die Zeitung „Der Westen“ berichtet aktuell über den Fall des langjährigen Grünen-Stadtrats von Bünde (NRW), Eyüp Odabasi, der wegen zu offensichtlicher Pro-Erdogan-Propaganda nicht mehr bei den nordrhein-westfälischen Kommunalwahlen im September kandidieren darf. Der Landesverband der Grünen habe scharf gegen Odabasis türkisch-nationalistische Äußerungen protestiert. Unter anderem habe er andere türkischstämmige Politiker in Deutschland, die Erdogan kritisierten als „Haustürken“ bezeichnet. Kann Odabasi nun eine zweite politische Karriere in der Türkei als AKP-Politiker starten? Ähnliche Fälle legen eine solche Vermutung nahe.

„Der Westen“ listet in diesem Zusammenhang eine ganze Reihe türkischer Politiker, meist SPD- und Grünen-Mitglieder, auf, die nach ihrer politischen Karriere in Deutschland in der Türkei als treue Erdogan-Unterstützer durchstarten konnten: Ozan Ceyhun, langjähriger Europaparlamentarier (1998-2004) für die Grünen und dann für die SPD, arbeitete danach als Berater für die türkische Regierung in Ankara. Er kandidierte zudem auch für einen Sitz im türkischen Parlament – als Kandidat der Erdogan-Partei AKP. Heute ist er türkischer Botschafter in Wien. Der ehemalige niedersächsische SPD-Landtagsabgeordnete Mustafa Erkan kandidierte ebenfalls erfolglos für die AKP bei den türkischen Parlamentswahlen und ist heute Berater des türkischen Außenministers Mevlüt Cavusoglu.

Auffällig hierbei ist, daß vor allem türkische Politiker aus den linksliberalen, sich selbst als „progressiv“ bezeichnenden Parteien SPD und Grüne problemlos zu Erdogans erzkonservativ-islamisch geprägten AKP wechseln. (CF)

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