Nach Scholz’ Ablehnung deutscher Reparationen: Empörung in Warschau

Nach Scholz’ Ablehnung deutscher Reparationen: Empörung in Warschau
Sandro Halank, Wikimedia Commons,

Warschau. Der neue SPD-Bundeskanzler Scholz hat mit seiner erfreulich klaren Absage an deutsche Reparationszahlungen in Polen zum Teil herbe Repliken provoziert. Scholz hatte seine Position, die auch die traditionelle Position der Bundesregierung in dieser Frage ist, unter anderem mit den hohen Einzahlungen Deutschlands in den EU-Haushalt begründet, von denen auch Polen bereits profitiere. Abonniere jetzt: >> Die starke Stimme für deutsche Interessen

Während sich der Zeijm-Abgeordnete Arkadiusz Mularczyk, Vorsitzender der Parlamentskommission, die vor wenigen Wochen einen Abschlußbericht zu den polnischen Reparationsforderungen erarbeitet hatte, noch diplomatisch ausdrückte und Scholz ein „falsches Argument“ attestierte, fielen andere Äußerungen aus Warschau unverblümter aus. Abonniere jetzt: >> Die starke Stimme für deutsche Interessen

Der frühere polnische Außenminister Waszczykowski sprach der „Welt“ gegenüber von einer „unverschämten Aussage“. Weiter sagte er: „Millionen Tote, Warschau in Trümmern: Wie kann man allein daran denken, so etwas in EU-Mitteln aufzurechnen?“ Waszczykowski äußerte die Hoffnung, daß Scholz „dazulernen und sich solche Worte bei seinem nächsten Besuch sparen wird“. Abonniere jetzt: >> Die starke Stimme für deutsche Interessen

Die Bundesregierung argumentiert traditionell, daß die kommunistische polnische Führung 1953 ihren Verzicht auf deutsche Reparationen erklärt hatte, weshalb es keine Grundlage für polnische Reparationsforderungen gebe. Ob die Regierungsbeteiligung der anti-deutschen Grünen diese Position aufweichen wird, wird sich zeigen. (mü)

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