Nach Kritik an Corona-Mißmanagement: Göttinger Polizeipräsident muß gehen

Göttingen. In Göttingen wurde jetzt der Polizeipräsident von SPD-Innenminister Pistorius entlassen – per Telefonanruf und mit sofortiger Wirkung. Die Begründung lautet, daß Pistorius kein Vertrauen mehr in die Arbeit des Polizeipräsidenten habe, berichtet die „Bild“-Zeitung. Eine offizielle Stellungnahme aus dem Innenministerium gibt es noch nicht. Abonniere jetzt: >> Die starke Stimme für deutsche Interessen

Hinter den Kulissen wird allerdings berichtet, daß auch Polizeipräsident Lührig kein Vertrauen mehr in die Politik gehabt habe, und zwar konkret gegen das amtliche Corona-Management. So habe der dreijährige Enkel seiner Schwägerin in Hessen einen Berechtigungsschein für zwölf Gesichtsmasken bekommen, obwohl Kinder in Hessen bis sechs Jahre von der Maskenpflicht befreit sind. Dafür hätten aber die über 60jährigen in seiner Familie noch keine Maskenzuteilungen bekommen. Lührig machte seinem Ärger öffentlich Luft und kritisierte das „Mißmanagement“ der Sozialministerin.

Dies wiederum bracht Innenminister Pistorius so auf die Palme, daß er in einer Ministerrunde gefragt haben soll, wie er den Polizeipräsidenten loswerden könne.

Die Entlassung Lührigs ist in der Öffentlichkeit offenbar umstritten. So bezeichnet der Göttinger CDU-Bundestagsabgeordnete Fritz Güntzler Lührig als herausragenden Polizeipräsidenten, dessen Verdienst es auch mit gewesen sei, „daß die Polizei in Göttingen wieder so einen guten und hohen Stellenwert in der Gesellschaft hat“. Seine Kritik am „totalen Mißmanagement der Sozialministerin war völlig berechtigt und zutreffend“, schrieb Güntzler auf Facebook. Freie Meinungsäußerung müsse auch für Polizeipräsidenten gelten. (rk)

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