Nach der Jahrhundertflut in der Eifel: Bundesregierung attestiert sich gute Arbeit
Berlin. Gut eineinhalb Monate ist die verheerende Flutkatastrophe in der Eifel jetzt her. Unzählige Berichte über geradezu unfaßbare Versäumnisse von Behörden und Politik machten seither die Runde. Doch die Verantwortlichen können keine Verstäumnisse entdecken. Abonniere jetzt: >> Die starke Stimme für deutsche Interessen
Die Bundesregierung legte jetzt ihre erste große Flutbilanz vor. Demnach sind Bund und Länder trotz Versagen und katastrophaler Pannen mit ihrer Arbeit sehr zufrieden. Denn auf Seite 10 des vom Innen- und Finanzministerium veröffentlichten Berichts heißt es wörtlich: „Das System des Bevölkerungsschutzes mit der klaren kommunalen Verantwortung und der aufwachsenden Unterstützung durch Landkreise, Länder und den Bund hat sich in dieser langanhaltenden Hochwasserlage grundsätzlich als trag- und leistungsfähig erwiesen, wird aber gleichwohl im Rahmen eines Evaluierungsprozesses betrachtet werden.“
Die Betroffenen im Ahrtal und an anderen Brennpunkten der Jahrhundert-Flut werden das nur als blanken Hohn empfinden können. Denn die wahre Bilanz umfaßt nach aktuellem Stand: 183 Tote, einen Gesamt-Schaden von mehr als 30 Milliarden Euro, von denen 14 Milliarden Euro auf Privathaushalte entfallen; 62 von 75 Brücken im Kreis Ahrweiler, die durch die Flut beschädigt oder komplett zerstört wurden – und nicht zuletzt allein in Rheinland-Pfalz sind 65 000 Menschen direkt von der Flut betroffen. Abonniere jetzt: >> Die starke Stimme für deutsche Interessen
Auch daß die meisten Hilfskräfte (Bundeswehr, Bundespolizei etc.) schon wieder abgezogen sind, stößt auf Unverständnis. Nur knapp 1000 THW-Kräfte sind laut Bilanz noch im Einsatz.
Dabei klagen die Flutopfer noch immer über nächtliche Plünderungen, eine weitgehend zerstörte Infrastruktur und fehlende Versorgung. Ein „trag- und leistungsfähiger“ Bevölkerungsschutz, den sich die Bundesregierung in ihrem Bericht attestiert, sieht anders aus. (rk)
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