Nach Abschied vom Russengas: Industrieländer gefährden durch LNG-Ausbau ihre Klimaziele
Scharm el-Scheich. Nachdem sie sich erfolgreich von den russischen Gaslieferungen abgekoppelt haben, setzen viele westliche Staaten überstürzt auf Frackinggas (LNG) als Ersatz. Hauptexporteur wären derzeit die USA, aber auch andere Länder könnten Flüssiggas an die Europäer liefern. Doch diese verfügen nicht annähernd über die erforderliche Infrastruktur, um das Gas entweder mit eigenen LNG-Tankschiffen nach Europa zu transportieren oder Gaslieferungen in speziellen Terminals in das europäische Leitungsnetz einzuspeisen. Jetzt soll der Ausbau der LNG-Infrastruktur mit Hochdruck vorangetrieben werden.
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Aber: das könnte die selbstgesteckten Klimaziele gefährden. Laut dem „Climate Action Tracker“, einer vorgeblich unabhängigen Plattform zur Klima-Beobachtung, wird derzeit viel mehr Infrastruktur aufgebaut, als erforderlich ist.
Dem Portal zufolge könnte es 2030 weltweit 500 Megatonnen Flüssiggas geben. Das entspricht der fast fünffachen Menge dessen, was die EU 2021 an russischem Gas importiert hat. Zudem wäre es das Doppelte der Gasmenge, die Rußland derzeit weltweit verkauft.
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Bill Hare, Chef der Partnerorganisation „Climate Analytics“, warnt: würden alle aktuell geplanten Projekte verwirklicht, würde das den Ausstoß von CO₂ und Methan in gefährliche Höhen treiben. Das wiederum gefährde das Ziel, den Temperaturanstieg auf möglichst 1,5 Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit zu begrenzen.
Die Analyse wurde am Donnerstag auf der Weltklimakonferenz im ägyptischen Scharm el-Scheich präsentiert – was ihre Aussagekraft etwas relativiert. Die dort versammelten Klima-Lobbyisten behaupten, daß die Emissionen „klimaschädlicher“ Gase bis 2030 halbiert werden müßten, um das 1,5-Grad-Ziel zu erreichen. So oder so konterkarieren aber gerade die westlichen Länder mit ihrer unausgegorenen Energiepolitik ihre eigenen Klimaziele. (mü)
CC BY-SA 3.0; Foto: Symbolbild Fordern Sie hier ein kostenloses Leseexemplar des Deutschen Nachrichtenmagazins ZUERST! an oder abonnieren Sie hier noch heute die Stimme für deutsche Interessen!
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