Mit Schmutzwäsche gegen Marine Le Pen: Veruntreuungs-Vorwürfe gegen die rechte Kandidatin

Paris. Das ist natürlich reiner Zufall: etwas eine Woche vor dem entscheidenden zweiten Durchgang der französischen Präsidentschaftswahl machen in den französischen (und auch bundesdeutschen) Medien Berichte über Veruntreuungs-Vorwürfe gegen Marine Le Pen die Runde. Die rechte Kandidatin kam beim ersten Wahldurchgang am 10. April auf 24,4 Prozent und landete damit rund vier Prozent hinter Amtsinhaber Macron.

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Nach Bekanntwerden der Vorwürfe gegen Marine Le Pen und weitere Ex-EU-Abgeordnete will das EU-Parlament angeblich zu Unrecht gezahlte Beträge zurückfordern. Insgesamt gehe es um „617.000 zu Unrecht gezahlte Euro“, sagte ein Vertreter des EU-Parlaments am Sonntag der Nachrichtenagentur AFP. Das Parlament werde in den kommenden Wochen mit den „Rückforderungen fortfahren“.

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Das französische Nachrichtenportal „Mediapart“ hatte am Samstag den Bericht der EU-Betrugsbekämpfungseinheit OLAF veröffentlicht, wonach Le Pen während ihrer Zeit als Europaabgeordnete zwischen 2004 und 2017 EU-Gelder in Höhe von rund 137.000 Euro unter anderem für parteipolitische Zwecke und persönliche Ausgaben abgezweigt haben soll. Beschuldigt werden auch drei weitere ehemalige Abgeordnete, darunter ihr Vater Jean-Marie Le Pen. Darüber hinaus soll Marine Le Pen Parteimitgliedern Scheinbeschäftigungen als Assistenten im Europäischen Parlament verschafft haben.

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Le Pens Anwalt wies die Anschuldigungen zurück. Es handle sich um eine „Instrumentalisierung“, so kurz vor der Präsidentschaftsstichwahl am Sonntag, sagte Rodolphe Bosselut. Trotz uralter Vorwürfe sei Marine Le Pen „von keiner französischen Justizbehörde vorgeladen“ worden. Weder er noch seine Mandantin hätten zudem den Abschlußbericht der 2016 eingeleiteten Untersuchung erhalten, fügte der Anwalt hinzu.

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Marine Le Pen erklärte unterdessen bei einem Wahlkampfauftritt, im Fall ihrer Wahl am kommenden Sonntag werde sie die rund 15.000 entlassenen französischen Pflegekräfte, die aufgrund ihres Impfstatus´ in den letzten Monaten entlassen wurden, wieder einstellen und „ihnen die Gehälter auszahlen, die ihnen ungerechterweise vorenthalten wurden, was sie in Angst und Verzweiflung gestürzt hat“. (mü)

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