Mit dem Mangel leben: Lieferprobleme erreichen den Lebensmittelhandel
Berlin. Ein Wort, an das sich deutsche Konsumenten allmählich werden gewöhnen müssen: Lieferengpaß. Zuerst war es der im Suez-Kanal steckengebliebene chinesische Superfrachter „Ever Given“, der für jede Menge Lieferausfälle sorgte. Doch inzwischen zeichnet sich ab, daß die Mangelwirtschaft wohl zur Dauereinrichtung wird. Jetzt erreichen die Lieferprobleme bereits den Lebensmittelhandel – und damit die Grundversorgung der Bevölkerung. Abonniere jetzt: >> Die starke Stimme für deutsche Interessen
Die „Lebensmittel-Zeitung“ teilte jüngst mit, daß sich mehrere Großhändler über Versorgungsprobleme beschwert hätten. Die zu Rewe gehörige Lekkerland-Gruppe berichtet in einem Schreiben von „anhaltenden Engpässen und Ausfällen auch bei großen Herstellern“, wie beispielsweise Coca-Cola, Ferrero, Lorenz Bahlsen, Mars und British American Tobacco. Auch das Unternehmen Selgros sprach von einer „angespannten“ Warenverfügbarkeit und Lieferfähigkeit der Industrie. Abonniere jetzt: >> Die starke Stimme für deutsche Interessen
Nach Angaben der „Lebensmittel-Zeitung“ hat ein Edeka-Topmanager das Aufrechterhalten der Warenverfügbarkeit als einen „täglichen Kampf“ beschrieben. Er wiegelt zwar ab und versichert, daß es keine flächendeckend leeren Regale geben werde. Es müsse dennoch mit leeren Regalen gerechnet werden.
Wegen Rohstoffengpässen und steigenden Kosten fordern dem Bericht zufolge viele Hersteller auch Preiserhöhungen, die im Zweifelsfall mit der Androhung von Lieferstopps erzwungen werden sollen. Abonniere jetzt: >> Die starke Stimme für deutsche Interessen
Lekkerland berichtet weiter, daß auch die Hersteller Mitschuld an der derzeitigen Krise tragen, da diese während der Pandemie Kosten und Personal reduziert hätten. „Den starken Anstieg der Konsumentennachfrage seit Anfang Mitte dieses Jahres haben sie offenbar nicht erwartet – und können nun die Produktion nicht so schnell wieder hochfahren.“
Nicht zuletzt treiben Hamsterkäufe die Nachfrage nach oben. Und die dürften in Zukunft eher noch zunehmen. Grund zur (Vor-)Sorge gibt es genug. (st)
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