Linke Bildungsfunktionäre empört: Höcke will Behinderten-Inklusion an Schulen abschaffen
Erfurt. Der Thüringer AfD-Landes- und Fraktionschef Björn Höcke war im Zivilberuf Oberstudienrat und kennt den Lehrerberuf aus ureigener Erfahrung. Er weiß mithin, wovon er spricht, wenn er sich – wie dieser Tage im MDR-„Sommerinterview“ – zu Bildungsfragen äußert.
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Dabei stach er in ein Wespennest, indem er ein linkes Ideologieprojekt frontal anging: er möchte die Inklusion an den Schulen beenden, also die mittlerweile flächendeckend obligate Integration behinderter Kinder in den Regelunterricht. Unbestritten ist, daß diese Praxis den Unterricht und Lernfortschritte nichtbehinderter Kinder beeinträchtigt.
Höcke erklärte im „Sommerinterview“, daß Inklusion eines von mehreren „Ideologieprojekten“ sei. Es gelte, das Bildungssystem davon zu „befreien“. Wörtlich: „Unter anderem müssen wir das Bildungssystem auch befreien von Ideologieprojekten, beispielsweise der Inklusion, beispielsweise auch dem Gender-Mainstream-Ansatz.“ Er fügte hinzu: „Alles das sind Projekte, die unsere Schüler nicht weiterbringen, die unsere Kinder nicht leistungsfähiger machen und die nicht dazu führen, daß wir aus unseren Kindern und Jugendlichen die Fachkräfte der Zukunft machen.“
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Getroffene Hunde bellen – linke Bildungsfunktionäre zeigten sich prompt empört über Höckes Initiative. Die Bundesvorsitzende der „Lebenshilfe“, Ulla Schmidt, sagte dem „Spiegel“: „Wir sind entsetzt über die Auslassungen von Herrn Höcke im MDR-Sommerinterview zum Thema Inklusion.“ Denn: „Dieses Recht in Frage zu stellen, erachten wir als Tabubruch und schlicht als Skandal. Angesichts dieser menschenfeindlichen Haltung können wir nur ahnen, wie Herr Höcke mit Menschen mit Behinderung umgehen möchte“, sagte die ehemalige Bundesgesundheitsministerin.
Auch bei der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) wendet man sich „gegen jegliche Ausgrenzung und Selektion“.
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Der MDR hatte im Vorfeld des Höcke-Interviews erklärt, warum er Höcke, der als „Rechtsaußen“ in der AfD gilt, eine Plattform bietet: „Es ist unsere Aufgabe, die Positionen in der Thüringer Politik für die Menschen im Freistaat transparent zu machen und einzuordnen.“ Und weiter: „Ein Ausschluß der prägenden Figur der Thüringer AfD, die im Thüringer Landtag die drittgrößte Fraktion stellt, verträgt sich nicht mit unserem journalistischen Auftrag.“ (se)
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