„Layla“ muß verstummen: Ballermann-Hit ruft die Gesinnungswächter auf den Plan
Würzburg/Düsseldorf. Die sogenannte „cancel culture“ hat ein neues Opfer gefunden: ein dralles Ballermann-Lied hat den Unmut der politisch Korrekten auf sich gezogen. Schon gibt es die ersten Verbote.
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Die Rede ist vom Sommerhit „Layla“ von DJ Robin & Schürze. Dort heißt es recht unverblümt unter anderem. „Meine Puffmama heißt Layla, sie ist schöner, jünger, geiler“. In den Augen der üblichen Meinungswächter ein klarer Fall von „Sexismus“.
Und schon knicken die ersten Kommunen und Veranstalter ein. In Würzburg etwa wird der Hit auf dem aktuellen Kiliani-Volksfest nicht zu hören sein. Auch bei der anstehenden Düsseldorfer Kirmes mit bis zu vier Millionen Besuchern ist „Layla“ tabu. Lothar Inden vom Veranstalter, dem Schützenverein St. Sebastianus, sagte der dpa: „Ich bin der Meinung, daß dieses Lied überall hingehört – nur nicht auf unseren Festplatz.“ Die Stadt Düsseldorf hatte zuvor sogar mit einem formellen Verbot gedroht – obwohl es für ein solches überhaupt keine Rechtsgrundlage gibt.
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Der Fall illustriert aber, in welchem Ausmaß hypersensible – meist linke – Spaßverderber inzwischen das öffentliche Klima beherrschen. Da tut es auch nichts zur Sache, daß der einschlägige Ballermann-Hit schon seit fast drei Wochen auf Platz 1 der deutschen Singlecharts liegt und sich insbesondere bei jungen Leuten und auf Volksfesten großer Beliebtheit erfreut.
Auch DJ Robin kann die Aufregung nicht verstehen: „Früher haben die Leute ‚Skandal im Sperrbezirk‘ gesungen oder ‚Wir fahren in den Puff nach Barcelona‘“, ließ er die „Bild“-Zeitung wissen. Die „Sexismus“-Debatte um seinen Hit kann er nicht nachvollziehen. Wörtlich: „Also so ganz können wir die Diskussion nicht verstehen. Es kann jeder seine Meinung haben, aber in jedem Deutsch-Rap-Lied sind die Texte schlimmer. Da regt sich kein Mensch auf.“
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Doch da irrt DJ Robin. Der Musikwissenschaftler Markus Henrik wittert sogar eine untergründige Reaktion auf die „MeeToo“-Debatten der letzten Jahre. Auch bei den hessischen Jusos ist Alarmismus angesagt – deren Landeschefin Sophie Frühwald kreidet der Jungen Union (JU) an, daß diese den Titel offenbar verwendet hat.
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Doch am Ende befördert gerade der Gegenwind den Erfolg des drallen Liedes. Auch einer der Produzenten, Dominik de León, hat diesen Verdacht und mutmaßte dem „Spiegel“ gegenüber, daß die Leute nach zwei Jahren Corona vielleicht einfach genug haben: „Es verwundert wahrscheinlich nicht nur uns, wie extrem gut diese Nummer nach zwei Jahren Corona, Unterhaltungsverbot und dem Krieg in der Ukraine angekommen ist, in Zeiten, in denen #MeToo noch in allen Köpfen steckt und die Genderdiskussion rauf und runter geführt wird. Aber wahrscheinlich ist das genau der Grund, warum die Leute den Song so begeistert feiern.“ (se)
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