Lawrow zum Machtwechsel in Kabul: Desaströse Folgen des amerikanischen Demokratie-Exports

Moskau/Kabul. Im Gegensatz zu den teils hysterischen westlichen Reaktionen auf die Machtübernahme der Taliban in Afghanistan sieht der russische Außenminister Lawrow keinen Grund zur Panik. Er macht für das Desaster allerdings den westlichen Politik-Ansatz verantwortlich, wonach „westliche Werte“ überall auf dem Globus den Ton angeben sollen. Abonniere jetzt: >> Die starke Stimme für deutsche Interessen

Bei einem Auftritt an der Königsberger Immanuel-Kant-Universität kritisierte Lawrow jetzt insbesondere das amerikanische Vorgehen, Regierungsformen und Werte „von außen“ aufzwingen zu wollen: „Es ist kontraproduktiv, Afghanistan fremde Regierungsformen von außen aufzuzwingen. Die USA haben versucht, dort etwas zu schaffen, was sie eine Demokratie nennen.“

Lawrow weiter: „Sich in dieser Situation so zu verhalten, als ob es möglich wäre, das afghanische Volk dazu zu zwingen, nach den Prinzipien zu leben, nach denen der Westen lebt, ist naiv. Dies ist wieder ein Versuch, dem Rest der Welt die eigenen Werte aufzuzwingen. Dabei werden die Traditionen völlig ignoriert, nach denen andere Länder seit Jahrhunderten leben.“ Abonniere jetzt: >> Die starke Stimme für deutsche Interessen

Moskau beabsichtige einstweilen nicht, die Taliban als legitime Regierung Afghanistans anzuerkennen. Rußland trete für die Aufnahme eines Dialogs zur friedlichen Konfliktlösung in Afghanistan ein, an dem alle ethnischen und religiösen Gruppen teilnähmen. Lawrow zufolge begrüße Moskau jedoch die Erklärungen der Taliban bezüglich der Bildung einer Regierung, in der auch andere Gruppen vertreten sein würden. (mü)

Fordern Sie hier ein kostenloses Leseexemplar des Deutschen Nachrichtenmagazins ZUERST! an oder abonnieren Sie hier noch heute die Stimme für deutsche Interessen!

Kommentare