Läßt Washington die Ukraine jetzt fallen? Blinken stellt erstmals neue Grenzen in Aussicht
Washington/Kiew. Leitet die US-Regierung die Absetzbewegung von der Ukraine ein? Eine Bemerkung von Außenminister Blinken am Donnerstag vor einem Parlamentsausschuß läßt aufhorchen. Auf lange Sicht könnten Verhandlungen über die Grenzen der Ukraine möglich sein, sagte Blinken – eine brisante Wendung in der amerikanischen Außenpolitik.
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Die Entscheidung darüber liege freilich bei den Ukrainern. Auch müsse jeder eventuelle Friedensschluß „gerecht und dauerhaft“ sein, und die Unabhängigkeit und territoriale Integrität der Ukraine müsse gewahrt bleiben. Aber dann eine auffallende Relativierung: „Ich glaube, daß es Gebiete in der Ukraine gibt, bei denen die Ukrainer entschlossen sind, am Boden darum zu kämpfen. Und eventuell gibt es Gebiete, bei denen sie beschließen, daß sie versuchen wollen, sie auf anderen Wegen wiederzuerlangen.“
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Erstmals ließ der US-Außenamtschef damit durchblicken, daß Washington eine Rückeroberung aller von Rußland besetzten ukrainischen Gebiete – vor allem der Krim – durch Kiews Truppen für nicht wahrscheinlich hält.
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Bisher war die Position sowohl der Ukraine selbst als auch ihrer westlichen Unterstützer, daß Rußland seine Truppen vollständig vom Staatsgebiet der Ukraine abziehen müsse, bevor Friedensverhandlungen möglich werden. Davon rückt Washington nun offenbar ab. Beobachtern zufolge wirft hier der nächste US-Wahlkampf bereits seine Schatten voraus – der Krieg in der Ukraine wird in der amerikanischen Öffentlichkeit zunehmend unpopulärer, und die Republikaner, nicht zuletzt der frühere Präsident Donald Trump, haben sich bereits klar mit der Forderung positioniert, die US-Unterstützung für Kiew zu stoppen. (mü)
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