Krieg im Gazastreifen: Neue Nahrung für die westliche Exit-Strategie in der Ukraine?
Gaza/Tel Aviv. Unversehens ist im Nahen Osten ein alter Konfliktherd wieder „heiß“ geworden: in der Nacht zum Sonntag eröffnete die radikalislamische Hamas aus dem Gazastreifen heraus überraschend Angriffe auf Israel und die israelische Armee. Bei Attacken auf ein Festival im an Israel angrenzenden Gibly-Tal sollen bis zu 700 Israelis ums Leben gekommen sein. Weniger als drei Kilometer entfernt wurden auch israelische Militärkräfte unter Feuer genommen. Innerhalb weniger Stunden wurden tausende Raketen kleiner und mittlerer Kaliber auf Israel abgefeuert. Das israelische Luftabwehrsystem „Iron Dome“ wurde dadurch zeitweise überfordert, zahlreiche Raketen gingen auf israelischem Territorium nieder.
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Die israelische Regierung hat unterdessen den Kriegszustand ausgerufen, und die US-Regierung hat eine Trägergruppe um den Flugzeugträger USS „Gerald R. Ford“ ins östliche Mittelmeer in Marsch gesetzt.
Aus israelischen Regierungskreisen verlautete im Laufe des Sonntags, daß die meisten auf israelisches Gebiet vorgedrungenen Hamas-Kämpfer mittlerweile liquidiert worden seien. Den ganzen Sonntag über erfolgten aber weitere Raketeneinschläge. Das weitere israelische Vorgehen wird noch diskutiert. Nicht auszuschließen ist, daß es zu einem israelischen Gegenangriff auf das Gebiet des Gaza-Streifens kommt, mit dem Ziel, der Hamas einen empfindlichen Schlag zu versetzen.
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Ein brisantes Detail am Rande: zahlreiche Raketen, die auf Israel abgefeuert wurden, stammen aus westlichen Beständen, die eigentlich für die Ukraine bestimmt waren, aber von Waffenschiebern abgezweigt wurden. Schon seit Beginn des Krieges in der Ukraine warnen Sicherheitsexperten davor, daß westliche Waffen früher oder später in anderen Konflikten auftauchen würden. Die Entwicklung könnte auch die westliche „Exit“-Strategie in der Ukraine befeuern. Erst dieser Tage hatte der frühere EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker an das Ausmaß der Korruption in der Ukraine erinnert und vor einer allzu raschen EU-Beitrittsperspektive für Kiew gewarnt. (mü)
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