Kommunalwahl in Großbritannien: Tories verlieren – Muslime gewinnen
London. Eine Richtungs- und Schicksalswahl in Großbritannien – nicht nur für den regierenden Premierminister Sunak und seine Konservative Partei: bei den Kommunalwahlen in England und Wales am Donnerstag verloren die regierenden Tories fast die Hälfte ihrer Ratssitze und konnten nur noch 513 der umkämpften Sitze in den Stadt- und Gemeinderäten verteidigen.
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Was in den Mainstream-Medien fast durch die Bank unterschlagen wird: der Labour-Sieg ist vielerorts in Wirklichkeit ein Sieg muslimischer Kandidaten, die teils als „Unabhängige“ antraten. Nicht nur in London bleibt der muslimische Oberbürgermeister Sadiq Khan auch weiterhin am Ruder, mittlerweile in dritter Amtszeit. Auch in zahlreichen weiteren Städten wie Bradford, Leeds oder Oldham – wo der muslimische Bevölkerungsanteil mindestens ein Viertel beträgt – konnten muslimische Kandidaten zum Teil massive Zugewinne verzeichnen.
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Im Stadtrat von Leeds etwa konnte ein Kandidat namens Mothin Ali ein Mandat für die Grünen erringen. Auf seiner Wahlfeier gab es herzhafte „Allahu Akbar“-Rufe. Auch in Oldham im Großbezirk Manchester gewannen die „Unabhängigen“ fünf Mandate – vier davon verloren die Tories, eines Labour.
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Beobachter sehen in der neuerlichen Schlappe der Tories ein Indiz für das Ende der politischen Karriere von Premierminister Sunak. Inner- und außerparteilich sitzt ihm die rechte Konkurrenz im Nacken. Unabhängig von der britischen Perspektive ist der Wahlausgang auch für viele andere europäische Länder ein Menetekel, denn er läßt erahnen, wie sich die politische Landschaft verändert, wenn sich die Muslime erst einmal ihrer politischen Macht bewußt werden. (mü)
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