Knackpunkt Dragqueen-Lesung: CSU-Mitglied wird AfD-Kandidat

Knackpunkt Dragqueen-Lesung: CSU-Mitglied wird AfD-Kandidat
Bild von rihaij auf Pixabay/Gemeinfrei

Puchheim b. München. Markus Hammer, seit 27 Jahren CSU-Mitglied, wird bei der Kommunalwahl 2026 für die AfD Fürstenfeldbruck antreten. Der Wechsel erfolgte nach einem geplanten Ausschlußverfahren der CSU, das nach Hammers Protest gegen eine Dragqueen-Kinderbuchlesung in Puchheim eingeleitet wurde.

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Hammer erklärt, er sei mit seinen „Überzeugungen förmlich aus der CSU raus- und zur AfD hingedrängt worden“. Sein Fall biete Argumente für die „zunehmende Entfremdung von Wertkonservativen zu den Unionsparteien“. Besonders bedauerlich sei, „daß es nie zu einem Gespräch kam“.

Die Eskalation begann, als Hammer bei einer AfD-Kundgebung die Bibliothekslesung des Transvestits „Vicky Voyage“ als „Frühsexualisierung“ und „knallharte Ideologie“ kritisierte und die CSU-Brandmauer zur AfD als „nicht mehr zeitgemäß“ bezeichnete. Daraufhin forderte die CSU-Kreisvorsitzende Katrin Staffler ihn per E-Mail auf, diese Positionen zu widerrufen: „Sollten Sie dem nicht nachkommen, werde ich ein Parteiausschlußverfahren einleiten.“

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Ohne Kenntnis einer Vorstandssitzung oder Gelegenheit zur Stellungnahme erhielt Hammer Monate später den Ausschlußantrag. Darin wurde ihm vorgeworfen, Standpunkte übernommen zu haben, „die inhaltlich identisch mit Positionen der AfD sind – etwa die Diffamierung einer Dragqueen-Lesung als ‚Frühsexualisierung‘“. Diese inhaltliche Nähe zu einer als „rechtsextrem eingestuften Partei“ stehe „im offenen Widerspruch zu den Grundwerten der CSU“. Zudem verstoße seine Kritik an der „Brandmauer“ gegen die Parteilinie.

Noch vor der geplanten Anhörung reichte Hammer im Oktober seinen Austritt ein. In seinem Abschiedsschreiben bekundete er dennoch, „gerne der CSU wieder beitreten“ zu wollen, falls sich die Haltung des Vorstands ändere, und bedankte sich für „die vielen sehr schönen Erlebnisse und Erfahrungen“ während seiner 27-jährigen Mitgliedschaft. Statt das Verfahren weiterzuführen, entschied er sich für die Kandidatur bei der AfD. (rk)

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