Kissingers Kehrtwende: Nun doch für NATO-Beitritt der Ukraine

Kissingers Kehrtwende: Nun doch für NATO-Beitritt der Ukraine

Davos/New York. Der frühere US-Außenminister Henry Kissinger hat sich zu einem Sinneswandel durchgerungen: er ist jetzt ebenfalls der Auffassung, daß die Ukraine nach dem derzeitigen Krieg der NATO beitreten solle. „Vor diesem Krieg war ich gegen eine Mitgliedschaft der Ukraine in der NATO, weil ich befürchtete, daß damit genau der Prozeß in Gang gesetzt würde, den wir jetzt erleben“, sagte der 99jährige in einer Videokonferenz beim Weltwirtschaftsforum in Davos.

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Mittlerweile sei er aber der Ansicht, daß die Idee einer „neutralen Ukraine“ nicht mehr sinnvoll sei. Nach Friedensgesprächen sollte das westliche Verteidigungsbündnis Kiew Garantien für eine Mitgliedschaft geben.

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Rußland sei wahrscheinlich nicht in der Lage, den Krieg mit konventionellen Mitteln zu gewinnen, mutmaßt Kissinger. Die USA sollten ihre militärische Unterstützung für die Ukraine fortsetzen, bis es eine Perspektive für einen Waffenstillstand gebe. Es dürfe aber keinen Krieg der Verbündeten gegen Rußland selbst geben. Moskau müsse die Perspektive gegeben werden, wieder Teil des internationalen Systems zu werden.

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Kissinger war US-Außenminister von 1973 bis 1977 und darüber hinaus zeitweise Vorsitzender der einflußreichen US-Denkfabrik Council on Foreign Relations (CFR). (mü)

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