Kiew dreht am Rad: Entweder NATO-Beitritt – oder atomare Aufrüstung
Kiew. Die Töne aus Kiew, das sich seit geraumer Zeit auf dem Kriegspfad gegen Rußland befindet und dabei von den USA und der EU demonstrativ unterstützt wird, werden immer schriller. Jetzt hat der ukrainische Botschafter in Berlin dem Westen praktisch das Messer auf die Brust gesetzt: entweder die Ukraine werde NATO-Mitglied, oder man müsse aufrüsten – auch atomar. Abonniere jetzt: >> Die starke Stimme für deutsche Interessen
Wörtlich sagte der ukrainische Botschafter, Andrij Melnyk, im Deutschlandfunk: „Entweder sind wir Teil eines Bündnisses wie der NATO und tragen auch dazu bei, daß dieses Europa stärker wird, … oder wir haben eine einzige Option, dann selbst aufzurüsten.“ Kiew werde dann „vielleicht auch über einen nuklearen Status“ nachdenken. „Wie sonst können wir unsere Verteidigung garantieren?“
Auch der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba dreht kräftig an der – einstweilen noch verbalen – Eskalationsschraube. Er suggerierte jetzt bei einem Treffen mit seinen Amtskollegen aus den baltischen Staaten in Kiew, Moskau drohe Kiew „offen mit Krieg und mit der Zerstörung des ukrainischen Staats“. Er warf Rußland vor, im Konflikt um die Ostukraine „die militärischen Spannungen zu verschärfen und die diplomatischen Bemühungen zu untergraben“.
Die Ukraine strebt seit Jahren eine Vollmitgliedschaft in der NATO an, die in Brüssel aber – zumindest bis auf weiteres – offiziell abgelehnt wird. Die NATO ebenso wie die USA haben Kiew aber wiederholt ausdrücklich ihre Unterstützung im Konflikt mit Rußland zugesichert und tragen so erheblich zur Eskalation bei. Erst am Dienstag erklärte NATO-Generalsekretär Stoltenberg: „Die NATO steht an der Seite der Ukraine.“ (mü)
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