Karriereende mit Knalleffekt: Boris Palmer sagt zu oft „Neger“ und verläßt die Grünen

Karriereende mit Knalleffekt: Boris Palmer sagt zu oft „Neger“ und verläßt die Grünen
Björn Láczay/Flickr/

Frankfurt/Tübingen. Zuletzt konnte man glauben, er habe es selbst auf seinen Rauswurf angelegt: der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer, der in den letzten Jahren mit prononcierten Stellungnahmen immer wieder quer zum Parteikurs lag, ist jetzt bei den Grünen ausgetreten.

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Zuvor hatte Palmer angekündigt, eine Auszeit nehmen zu wollen. Sein Verhältnis zur Partei ist ohnehin seit langem angespannt; seine Mitgliedschaft ruhte zuletzt.

Palmer sorgte am Wochenende erneut für einen Eklat. Am Rande einer Migrationskonferenz an der Frankfurter Universität wurde er von Demonstranten damit konfrontiert, daß er auf Facebook wiederholt das Wort „Neger“ verwendet hatte. Palmer ging der Konfrontation nicht aus dem Weg: als ihn ein Schwarzer fragte, ob er ihm das Wort ins Gesicht sagen wolle, zögerte Palmer nicht.

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Als er vor der Konferenz mit „Nazis raus“-Rufen empfangen wurde, rief Palmer der Menge zu: „Das ist nichts anderes als der Judenstern. Und zwar, weil ich ein Wort benutzt habe, an dem ihr alles andere festmacht. Wenn man ein falsches Wort sagt, ist man für euch ein Nazi. Denkt mal drüber nach.“ Damit aber noch kein Ende des Eklats: auch in seiner anschließenden Rede auf der Konferenz, die vom Frankfurter Forschungszentrum „Globaler Islam“ organisiert wurde, wiederholte Palmer das Wort „Neger“ gleich mehrmals. Der Moderator der Veranstaltung, der Kulturwissenschaftler Adrian Gillmann, legte die Moderation resigniert nieder.

Kurz vor Bekanntwerden seines Austritts bei den Grünen gab Palmer eine persönliche Erklärung ab, in der er eine Auszeit ankündigte und sich bei den Menschen entschuldigte, „die ich enttäuscht habe“. Als Oberbürgermeister hätte er „niemals so reden dürfen“. Daß der Eindruck entstanden sei, er relativiere den Holocaust, tue ihm „unsagbar leid“.

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Palmer machte im weiteren persönliche Gründe geltend. „Die wiederkehrenden Stürme der Empörung kann ich meiner Familie, meinen Freunden und Unterstützern, den Mitarbeitern in der Stadtverwaltung, dem Gemeinderat und der Stadtgesellschaft insgesamt nicht mehr zumuten.“

An Palmers Auftritt in Frankfurt gab es heftige Kritik – auch von engen Mitstreitern. Sein langjähriger Anwalt Rezzo Schlauch wandte sich von Palmer ab, der Tübinger Grünen-Stadtverband ging ebenso wie die Bundespartei auf Distanz. (rk)

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