Kampf gegen das Bargeld: Italien verbietet Barzahlungen über 2000 Euro
Rom. Ein ungutes Signal: in Italien dürfen seit dem 1. Juli nur noch Summen bis 2.000 Euro bar bezahlt werden – andernfalls drohen Bußgelder. Ab dem Jahr 2022 soll die Bargeldobergrenze sogar auf 1.000 Euro gesenkt werden. Dafür ist ein „Superbonus“ für diejenigen geplant, die mit elektronischen „nachverfolgbaren“ Zahlungsmitteln einkaufen. Abonniere jetzt: >> Die starke Stimme für deutsche Interessen
Höhere Summen dürfen in Italien nur noch bargeldlos mit Bankkarte, Kreditkarte, Scheck oder Banküberweisung gezahlt werden – das betrifft auch Löhne. Bei Verstößen drohen empfindliche Strafen. Wer Finanzaktionen über 1999,99 Euro bar abwickelt, muß mindestens 2.000 Euro Strafe zahlen. Je nach Fall kann die Strafe sogar bis auf 50.000 Euro steigen.
Geschäfte, die sich weigern, Kredit- und/oder Debitkarten anzunehmen, sollen sanktioniert und mit Bußgeldern belangt werden. Rom erhofft sich durch die Einschränkungen Mehreinnahmen von rund 7,2 Milliarden Euro.
Oppositionschef Matteo Salvini von der Lega kritisiert das Vorhaben: „In dieser Krisenzeit Bargeldzahlungen Schranken zu setzen, ist verrückt.“ Aber auch von liberalen Politikern, Verbraucher- und Datenschützern kommen Proteste.
Italien folgt mit den Maßnahmen der Umsetzung des sogenannten „Cashless-Plans“, der weltweit elektronisches Geld fördert und die Barzahlung zurückdrängt. Lobbyisten des bargeldlosen Zahlungsverkehrs verbreiteten in der ersten Jahreshälfte 2020 auch die Legende, Banknoten verbreiteten das Corona-Virus. Einige Regierungen, wie die Großbritanniens und Frankreichs, erhöhten sofort ihr Limit für Zahlungen durch kontaktloses Bezahlen. Allerdings ist auch diese Legende längst wiederlegt. Virologen widersprachen der Vorstellung, daß Bargeld Corona verbreite, bereits im März. (mü)
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