Käßmann verteidigt Kirchenasyl: „In den meisten Fällen erfolgreich gewesen“
Hannover. Die frühere EKD-Ratsvorsitzende Margot Käßmann hat sich beim Evangelischen Kirchentag in Hannover deutlich für den Erhalt des umstrittenen Kirchenasyls ausgesprochen. „Das Kirchenasyl hat sich bewährt“, behauptete die frühere hannoversche Landesbischöfin im Interview mit „phoenix“, und lobte, daß „in den meisten Fällen“ der Zeitgewinn den Betroffenen letztlich doch den Verbleib in Deutschland ermöglicht habe.
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Die Evangelische Kirche verzeichnet seit geraumer Zeit einen starken Anstieg der Nachfrage nach Kirchenasyl. Nach EKD-Angaben haben sich die Anfragen teilweise „mehr als vervierfacht“, was die Kirche auf einen „gestiegenen Abschiebedruck“ zurückführt. Oft könne der Bedarf nicht gedeckt werden, so daß „Betroffene schutzlos bleiben“, sagte eine EKD-Sprecherin.
Aktuelle Zahlen des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (Bamf) zeigen: allein im ersten Quartal 2025 wurden 617 Kirchenasyl-Fälle registriert, gegenüber 604 im Vorjahreszeitraum. 2024 waren es insgesamt 2.386 Fälle, davon der Großteil (1.813) in evangelischen Gemeinden.
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Rechtlich basiert das Kirchenasyl lediglich auf einer Duldung. Es ermöglicht vorübergehenden Schutz vor Abschiebung, um eine neuerliche Prüfung des Falls oder das Ausschöpfen rechtlicher Möglichkeiten zu erreichen. Die aktuelle Debatte gewinnt zusätzlich an Brisanz durch Fälle wie die jüngst verhinderte Abschiebung eines somalischen Staatsangehörigen durch 100 teils vermummte Randalierer aus dem linken Spektrum. (rk)
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