Italien lagert Illegale aus: Asylanten erstmals nach Albanien überstellt
Rom/Tirana. Lange hat es gedauert, und bislang beschränkte sich die italienische Rechtsregierung unter Giorgia Meloni im wesentlichen darauf, Illegale kurzerhand nach Deutschland weiterzuwinken. Jetzt nimmt erstmals der Versuch Konturen an, sie loszuwerden, ohne andere EU-Partner zu belasten. Zum ersten Mal sind Illegale nun nach Albanien verfrachtet worden, wo sie in vorübergehenden Gewahrsam genommen werden sollen, während in Italien im Schnellverfahren über ihren Asylantrag entschieden wird.
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Ein Marineschiff mit 16 Männern sei von Lampedusa nach Albanien unterwegs, teilte das Innenministerium am Montag mit. Es handle sich um zehn Ägypter und sechs Bangladescher.
Ein im vergangenen Jahr von den Regierungen in Rom und Tirana unterzeichnetes Abkommen sieht vor, daß Albanien bis zu 3000 Migranten aufnimmt, während Italien ihre Asylanträge im Eilverfahren bearbeitet. Frauen, Kinder, Alte, Kranke und Folteropfer sollen auch weiterhin in Italien untergebracht, Familien nicht getrennt werden.
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Die Regierung von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hatte die beiden dafür vorgesehenen Zentren in Albanien offiziell eröffnet. Sie kosten Italien über einen Zeitraum von fünf Jahren 670 Millionen Euro, werden von Italien betrieben und stehen unter italienischer Gerichtsbarkeit. Albanisches Wachpersonal ist für die Sicherheit zuständig.
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat das Abkommen als Beispiel für „unkonventionelles Denken“ beim Umgang mit der hohen Zahl von Migranten gelobt. Dasselbe „unkonventionelle Denken“ findet sie allerdings beim ungarischen Präsidenten Orbán, der Illegale gar nicht erst in sein Land läßt, keineswegs lobenswert. (mü)
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