Israel demütigt Iran: Hamas-Chef mitten in Teheran ausgeschaltet

Israel demütigt Iran: Hamas-Chef mitten in Teheran ausgeschaltet

Teheran/Tel Aviv. Das war vermutlich kein Zufall: erst vor wenigen Tagen stattete der israelische Präsident Netanjahu den USA einen Besuch ab und traf dabei mit Präsident Biden zusammen. Er holte sich, mutmaßen Beobachter, offenbar die Lizenz zum Losschlagen, und Washington erteilte sie. Nun schaltete die israelische Luftwaffe mitten in Teheran den politischen Chef der Palästinenserorganisation Hamas, Ismail Haniyeh, aus. Gegen die Hamas führt Israel seit Oktober letzten Jahres im Gazastreifen Krieg.

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Nicht nur politisch, auch militärisch ist der Schlag brisant. Er brüskiert nicht nur die iranische Führung, deren Verbündeter der Hamas-Chef war, sondern auch die Militärmacht Iran. Im April hatte der Iran als Vergeltung für einen israelischen Angriff auf die iranische Botschaft in Damaskus hunderte Drohnen und Raketen gegen Israel verschossen – eine militärische und politische Premiere, die die Schlagkraft der iranischen Streitkräfte, aber auch die Stärke der israelischen Luftabwehr demonstrierte.

Doch jetzt stutzte die israelische Luftwaffe den Nimbus der Iraner wieder kräftig zurück. Wie inzwischen bekannt ist, gelang es israelischen Kampfjets, nicht nur unbeeinträchtigt tief in den iranischen Luftraum, sondern sogar bis über die Hauptstadt Teheran vorzudringen – dort wurde eine Luft-Boden-Rakete auf ein mehrstöckiges Haus abgefeuert, in dem sich der Hamas-Chef gerade aufhielt und das von den iranischen Revolutionsgarden schwer bewacht wurde. Aber: weder stiegen iranische Abfangjäger auf, noch feuerte die iranische Luftabwehr auf die israelischen Maschinen – diese blieben offenbar völlig unbemerkt. Für die iranische Führung ebenso wie den iranischen Sicherheitsapparat ist das verheerend.

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Israel, so scheint es, hat mit seinem Präzisionsschlag die militärischen Gewichte in der Region wieder zurechtgerückt. Die Botschaft an den iranischen Erzivalen ist klar. Sie besagt, daß Israel überall und jederzeit zuschlagen kann und, wenn es wollte, auch die oberste Führung des Landes bis hinauf zu Ayatollah Khamenei neutralisieren könnte.

Welche Folgen der Schlag nach sich zieht, muß sich zeigen. Ayatollah Khamenei erklärte prompt, es sei „unsere Pflicht, Rache zu nehmen und das zionistische Gebilde streng zu bestrafen“. Wie diese Antwort ausfällt, bleibt abzuwarten – ebenso, ob sie zum Auslöser eines großen Krieges im Nahen Osten wird, der schlagartig alle Aufmerksamkeit vom Ukrainekrieg abziehen würde. Die Weltöffentlichkeit weiß nicht, was Netanjahu und Biden kürzlich besprachen. (mü)

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