Interne Lageeinschätzung des DIHK: „Aktuell verliert Deutschland“

Interne Lageeinschätzung des DIHK: „Aktuell verliert Deutschland“

Berlin. Je näher der Energienotstand rückt, umso schriller werden die Alarmrufe. Jetzt meldete sich ein gewichtiger Akteur mit einem dramatischen Befund zu Wort: der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) kommt jetzt in einer internen Lagebeurteilung zu der Einschätzung, daß der Wirtschaftsstandort Deutschland aufs höchste gefährdet ist. „Das, was wir erleben, ist der Beginn einer neuen Realität in der Welt”, heißt es. „Die Globalisierung sortiert sich neu.” Der Wettbewerb der Standorte laufe nach dem russischen Angriff auf die Ukraine Ende Februar unter völlig anderen Vorzeichen ab. Deutschland befinde sich auf der Verliererstrecke.

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Der DIHK ist die Vereinigung der 79 deutschen Industrie- und Handelskammern. Der Brief stammt von DIHK-Präsident Peter Adrian und Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben. Sie warnen: „Aktuell verliert Deutschland. Die Energiepreise explodieren, viele Rohstoffe sind knapp, und wegen der nachlaufenden Lieferschwierigkeiten durch Corona haben wir es zusätzlich mit Versorgungsengpässen bei Halb- und Fertigwaren zu tun.”

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Indizien dafür seien die erstmals seit 2008 negative deutsche Handelsbilanz sowie der Wertverfall des Euro gegenüber anderen wichtigen Weltwährungen. „Der Wohlstand steht auf dem Spiel.”

In ihrem Schreiben plädieren die beiden DIHK-Spitzenfunktionäre dafür, die Hilfen für stromintensive Betriebe auf weitere Branchen auszudehnen und allgemein unbürokratischer zu werden, etwa beim Ausbau der erneuerbaren Energien. Auf die Idee, von der Politik einen Kurswechsel und zum Beispiel die sofortige Öffnung der Gaspipeline Nord Stream 2 zu fordern, kommen die beiden Funktionäre aber nicht. (se)

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