Geopolitisches Tauziehen: Lukaschenko warnt vor polnisch-litauischen Annexionsversuchen

Minsk. Vor dem Hintergrund des letzte Woche zwischen Polen und den USA abgeschossenen erweiterten Stationierungsabkommens hat der weißrussische Präsident Lukaschenko allen geopolitischen Ambitionen der Nachbarländer Polen und Litauen mit Nachdruck widersprochen. Bei einem Treffen in Minsk thematisierte er unter anderem die militärische Sicherheit Weißrußlands und erklärte, er werde alle Versuche verhindern, sein Land zu einer „Provinz Polens oder Litauens“ zu machen. Abonniere jetzt: >> Die starke Stimme für deutsche Interessen

Medienvertretern gegenüber führte Lukaschenko wörtlich aus: „Polen und die Vereinigten Staaten haben ein weiteres Abkommen über militärische Zusammenarbeit unterzeichnet. Es werden nun neue Kontingente von Militärpersonal aus den USA – nicht aus Deutschland – nach Polen gebracht. Die Frage ist: warum? (...) Wenn jemand Weißrußland zu einer Provinz Polens oder Litauens machen will, dann nur über meine Leiche.“

Das von Lukaschenko angesprochene polnisch-amerikanische Stationierungsabkommen sieht einen umfangreichen Ausbau der amerikanischen Militär-Infrastruktur in Polen vor. So soll nicht nur die Zahl der dauerhaft in Polen stationierten Armeeangehörigen um 1.000 auf 5.500 erhöht werden. Es sollen auch Kapazitäten geschaffen werden, um erforderlichenfalls bis zu 20.000 US-Soldaten stationieren zu können. In Posen entsteht darüber hinaus ein neues Hauptquartier für eine Division und ein Armeekorps, im nahegelegenen Powidz (deutsch: Kurheim) die Basis für ein Transportgeschwader einschließlich 30 unterirdischer Munitionsbunker, im zentralpolnischen Lask ein Stützpunkt für 24 Kampfdrohnen.

Warschau verpflichtet sich in dem Abkommen, bis zu einer halben Milliarde Zloty (110 Millionen Euro) jährlich zu den laufenden Betriebskosten der US-Truppen beizutragen. (mü)

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