Gegen öffentliche Schwulenpropaganda: Parlament diskutiert über Anti-LGBT-Initiative

Warschau. Noch mehr Zoff zwischen Polen und der EU: am Donnerstagabend fand im Sejm, dem polnischen Parlament, die erste Sitzung zu einem Gesetzentwurf mit dem plakativen Titel „Stop LGBT“ statt. Die Initiative der katholischen Aktivistin Kaja Godek sieht vor, daß öffentliche Versammlungen verboten werden, auf denen schwullesbische Lebensweisen zur Schau gestellt oder propagiert werden. Ziel der einschlägigen Aufzüge sei es, „die Ehe als Gemeinschaft zwischen Mann und Frau in Frage zu stellen“. Abonniere jetzt: >> Die starke Stimme für deutsche Interessen

Godek gilt als gut vernetzt mit katholischen Initiativen, die auch der Regierungspartei „Recht und Gerechtigkeit“ (PiS) nahestehen.

Die Sitzung ging nicht ohne Proteste vonstatten: vor dem Sejm protestierten verschiedene Organisationen für LGBTQ-Rechte und Versammlungsfreiheit. Auf Transparenten stand etwa „Liebe kennt kein Geschlecht“. Abonniere jetzt: >> Die starke Stimme für deutsche Interessen

Auch die EU stellt sich natürlich demonstrativ an die Seite der polnischen LGBT-Aktivisten: nachdem sich im Vorjahr 100 Städte und Dörfer zu „LGBT-freien Zonen“ erklärt hatten – vor allem Südosten des Landes –, hatte die EU im Juli ein Vertragsverletzungsverfahren eingeleitet. Nach finanziellem Druck hat zumindest Südpolen seinen Status als „LGBTQ-ideologie-freie Zone“ im September wieder aufgehoben. (mü)

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