Geburtenschwund auch in Rußland: Niedrigste Geburtenzahl seit 25 Jahren

Geburtenschwund auch in Rußland: Niedrigste Geburtenzahl seit 25 Jahren

Moskau. Wie viele andere Länder der nördlichen Hemisphäre leidet auch Rußland unter einem signifikanten Bevölkerungsrückgang. Jüngst veröffentlichte aktuelle Daten weisen für die erste Jahreshälfte 2024 den stärksten Geburtenrückgang seit 25 Jahren aus. Demnach wurden von Januar bis Juni in Rußland 599.600 Kinder geboren – stattliche 16.500 weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Die knapp 600.000 Kinder sind der niedrigste Stand seit 1999. Im Juni fiel die Geburtenzahl sogar erstmals unter 100.000. Nur noch 98.700 Neugeborene wurden verzeichnet. Statistisch liegt die Geburtenrate landesweit nun bei 8,3 pro 1000 Einwohnern – gegenüber zehn pro 1000 im Jahr 2019.

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Zwar gibt es auch in Rußland staatliche Programme, die auf eine Steigerung der Geburtenrate abzielen. So erhalten russische Mütter, die zehn oder mehr Kinder haben, eine einmalige Zahlung von einer Million Rubel (etwa 11.000 Euro). Aber die Maßnahmen haben sich allesamt nicht als wirksam erwiesen.

Deshalb sieht die russische Politik jetzt besonderen Handlungsbedarf. „Wir müssen uns organisieren und eine weitere Sonderoperation durchführen“, erklärte Nina Ostanina, die Vorsitzende des Ausschusses für den Schutz von Familien, letzte Woche der staatlichen Nachrichtenagentur RIA. „Genau wie eine besondere militärische Operation — eine besondere demografische Operation“, fügte sie hinzu.

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Kreml-Sprecher Dmitri Peskow wies im Juli darauf hin, daß Rußlands niedrige Geburtenrate vergleichbaren Trends in Europa und Japan folge: „Das ist katastrophal für die Zukunft der Nation“, sagte Peskow. Auch sein Chef, Präsident Putin, schenkt demografischen Fragen besondere Aufmerksamkeit. Im November lobte er Großfamilien und rief Frauen dazu auf, acht Kinder oder mehr zu bekommen. (mü)

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