Frühere Kieler Oberbürgermeisterin Gaschke: Viele Mitbürger „verliebt“ in die Corona-Vorschriften
Berlin. Wo sie recht hat, hat sie recht: die frühere Kieler SPD-Oberbürgermeisterin Susanne Gaschke hat sich in einem Gastkommentar für die „Welt“ darüber geäußert, was Corona aus den Deutschen macht: Oberlehrer und Untertanen. Abonniere jetzt: >> Die starke Stimme für deutsche Interessen
Wörtlich schreibt die Politikerin und Buchautorin, die 2020 aus der SPD austrat: „Viele Mitbürger sind allzu verliebt in die neuen Regeln, Vorschriften, Protokolle, Verbote. Und nicht wenige Parlamentarier gefallen sich in der Rolle des Oberlehrers.“
Viele Deutsche nämen die Pandemie offenbar zum Anlaß, um sich als „Hilfspolizisten“ zu gerieren. Es scheine vielen innere Befriedigung zu bereiten, „proaktiv“ die Einhaltung der Regeln und Vorschriften von ihren Mitmenschen einzufordern. Corona werde zur Letztbegründung, um Diskussionen am Arbeitsplatz abzuwürgen und potentiellen Widerspruch abzubügeln. Einen autoritären Stil scheinen aber auch viele Politiker für angebracht zu halten. Gaschke:
„Daß viele Deutsche das Wesen des Parlamentarismus mißverstehen, weiß die Politikwissenschaft seit langem; seit Corona glauben aber wahrscheinlich noch mehr Leute, es sei die Aufgabe der Regierung, dem Parlament (und natürlich den Bürgern) Anweisungen zu erteilen.“ (rk)
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