Französischer Philosoph warnt: „In Frankreich schwelt ein Bürgerkrieg“

Paris. In Frankreich mehren sich die Hinweise auf einen heißen Herbst. So interpretieren Beobachter die Tatsache, daß selbst mitten in den Sommerferien, die in der französischen Gesellschaft einen hohen Stellenwert haben, Hunderttausende gegen die Corona-Politik der Regierung demonstrieren. Abonniere jetzt: >> Die starke Stimme für deutsche Interessen

Der französische Publizist und Philosoph Gaspard Koenig schätzt die Lage drastisch ein: „In Frankreich schwelt ein Bürgerkrieg. Noch wird debattiert und protestiert“, befindet er in einem aktuellen Interview der Schweizer Wochenzeitschrift „Die Weltwoche“.

Koenig gilt als liberaler Philosoph und gründete 2013 die Denkfabrik „Génération Libre“. Er hat Romane und Essays geschrieben und war eine Zeitlang auch Redenschreiber von Christine Lagarde, der heutigen EZB-Chefin. Den in Frankreich durchgesetzten Impf- bzw. Gesundheitsausweis („Passe sanitaire“) bezeichnet er als „Eselei“: „Man glaubt an ihn wie an einen Talisman. Wer geimpft ist, riskiert wenig, bleibt aber ansteckend. Trotzdem tut man so, als könnte man mit dem Ausweis die Verbreitung des Virus stoppen. Seine Einführung steht in keinem Verhältnis zu den Schäden, die er anrichtet.“ Abonniere jetzt: >> Die starke Stimme für deutsche Interessen

Es gehe vielmehr darum, das Verhalten der Menschen zu kontrollieren und zu regulieren sowie sie zu nötigen, sich impfen zu lassen, so Koenig. Diejenigen, die das nicht wollen, würden sich „noch stärker gegen dieses Gesetz auflehnen“, das nicht durchsetzbar sei.

Der „Gesundheitspaß“ sei vielmehr eine „Demütigung“. „Er verweist auf eine totalitäre Zukunft und Gesellschaftsordnung, die ich ablehne. Ich will nicht meinen Paß zücken müssen, um ein Bier zu trinken.“

Koenig widerspricht auch der Erwartung, die Maßnahmen seien nur vorübergehend für die Dauer der „Pandemie“: „Solche Maßnahmen werden nie rückgängig gemacht. Auch das juristische Arsenal der Terrorbekämpfung ist weiterhin in Kraft.“ Abonniere jetzt: >> Die starke Stimme für deutsche Interessen

Es gebe aber noch Hoffnung. Ein Drittel der Franzosen unterstütze derzeit die Demonstrationen. „Wenn ich das sehe, bin ich stolz, Franzose zu sein“, sagt Koenig. Er wendet sich im Interview auch dagegen, die Demonstranten für verrückt zu erklären. Das sei „unerträglich“, sagt er und verweist darauf, daß viele der Protestierenden bereits selbst geimpft seien, sich aber gegen den Impfausweis wenden.Und: „Wenn sie von der scheinbar moderaten, vernunftgesteuerten Regierung weiter als hinterwäldlerische Dummköpfe beleidigt werden, könnten sie sich radikalisieren.“ Noch werde debattiert und protestiert. Noch. (mü)

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