Fragwürdige Energie-Wende: Erstmals mehr deutsche Strom-Importe als -Exporte
Berlin. Ein bezeichnender Wendepunkt in der deutschen Industriegeschichte: in der Vergangenheit, als die deutsche Industrie noch florierte und das Land über eine leistungsfähige Energie-Infrastruktur verfügte, war Deutschland stets Netto-Stromexporteur. Das heißt: auch wenn an energieärmeren Tagen schon öfter Strom importiert wurde, konnte Deutschland unter dem Strich stets mehr Strom exportieren. Das ist jetzt offenbar zu Ende: 2023 wird die Bundesrepublik höchstwahrscheinlich erstmals seit 20 Jahren wieder zum Stromimportland. Das belegen die aktuellen Zahlen der Bundesnetzagentur.
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Demnach importierte Deutschland im Zeitraum zwischen Januar und September 2023 bereits netto 12,882 Terawattstunden (TWh) mehr Strom, als es exportierte, geht aus den Daten der Strommarktdatenplattform Smard der Behörde hervor. Der meiste Strom kam aus Dänemark und Frankreich.
Diese Entwicklung ist bereits seit Mitte April sichtbar, und der Zusammenhang mit einer rein politischen Entscheidung ist völlig offensichtlich: seitdem die letzten drei Atomkraftwerke abgeschaltet wurden, haben deutsche Energieversorger permanent mehr Strom eingeführt als ausgeführt. Zum Vergleich: Im letzten Jahr war Deutschland noch Netto-Stromexporteur mit insgesamt 26,28 TWh. Es wurden noch 62,05 TWh exportiert und nur 35,77 TWh importiert.
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Die gestiegenen Stromimporte sind deshalb so problematisch, weil gleichzeitig die eigene Stromproduktion gesunken ist. Im ersten Halbjahr 2023 wurde nach Angaben des Statistischen Bundesamtes um 11,4 Prozent weniger Strom erzeugt als im Vorjahreszeitraum. (se)
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