Farce um das Berliner Stadtschloß: Claudia Roth will Bibelworte überschreiben lassen

Farce um das Berliner Stadtschloß: Claudia Roth will Bibelworte überschreiben lassen

Berlin. Ein Schildbürgerstreich, wie er nur in der zunehmend orientierungslosen Bundesrepublik möglich ist: 2021 wurde nach siebenjähriger Arbeit das in der DDR gesprengte und detailgetreu rekonstruierte Berliner Stadtschloß wiedereröffnet – doch jetzt sollen die auf der Kuppel sichtbaren Bibelzitate verhüllt werden. Die grüne Bundeskulturbeauftragte Claudia Roth hält die christliche Symbolik für nicht weltoffen und deshalb für unangemessen.

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Kein Scherz: Roth will die ebenfalls detailgetreu rekonstruierten Bibelworte verschwinden lassen und mit anderen Texten überschreiben. Es werde an einem „Kunstprojekt zur temporären Überblendung der rekonstruierten Inschrift mit alternativen, kommentierenden und reflektierenden Texten“ gearbeitet, schrieb sie der CDU/CSU-Fraktion auf deren Anfrage. Um welche „reflektierenden“ Texte es sich handelt, teilte sie nicht mit.

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Die Bibelzitate wurden vom preußischen König Friedrich Wilhelm IV. (1795-1861) ausgewählt und im Jahr 2020 an der Kuppel angebracht. Wörtlich heißt es dort: „Es ist in keinem andern Heil, (…) denn in dem Namen Jesu, zur Ehre Gottes des Vaters. Daß in dem Namen Jesu sich beugen sollen aller derer Knie, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind.“

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Von Anfang an rief die Inschrift Kritik hervor. Die christlichen Worte grenzten andere Religionen aus, hieß es. Die staatliche „Stiftung Humboldtforum im Berliner Schloß“ knickte daraufhin vorauseilend ein und stellte neben der Kuppel auf der Dachterrasse eine Erklärtafel auf, auf der es heißt: „Alle Institutionen im Humboldt Forum distanzieren sich ausdrücklich von dem Alleingültigkeits- und Herrschaftsanspruch des Christentums, den die Inschrift zum Ausdruck bringt.“

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Das reicht Claudia Roth nicht. Bei zahlreichen Gelegenheiten mäkelte sie seit der Wiedereröffnung des Schlosses, die Bibelworte und das goldene Kreuz auf der Kuppel widersprächen der „Weltoffenheit“, die das Humboldt Forum auszeichne. „Da will ich ran“, sagte sie am 21. Februar 2022 in einem Interview mit dem „Tagesspiegel“. Nun macht sie ernst – die Bibelworte sollen „überblendet“ werden. Manche Beobachter halten es eher für eine Verblendung. (rk)

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