Ex-Verteidigungsminister Guttenberg: Mit 100 Milliarden „Sondervermögen“ hätte er die Wehrpflicht nicht abgeschafft
Berlin. Seit 2011 ist in Deutschland die Wehrpflicht „ausgesetzt“ – faktisch ist sie abgeschafft. Die Verantwortung dafür trägt der damalige CSU-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg. Dessen heutiger Nachfolger im Amt, Boris Pistorius (SPD), hält Guttenbergs damalige Entscheidung für einen Fehler. Er sprach sich erst kürzlich dafür aus, Deutschland müsse „kriegstüchtig“ werden.
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In der jüngsten Ausgabe der ARD-Talkshow „Maischberger“ ließ Guttenberg die Ereignisse jetzt noch einmal Revue passieren und bewertete seine eigene Rolle dabei durchaus kritisch. Er rief aber in Erinnerung, er habe damals auf Wunsch von Finanzminister Schäuble und Bundeskanzlerin Angela Merkel – die er immer noch als „Chefin“ bezeichnet – acht Milliarden Euro einsparen müssen. Da die Soldaten im Ausland „kümmerlich ausgestattet“ gewesen seien, habe er bei ihnen nicht kürzen wollen.
Dann ein interessantes Eingeständnis: „Wenn ich zur damaligen Zeit“ ein Sondervermögen in Höhe von 100 Milliarden Euro „unter meinen jugendlichen Hintern geschoben bekommen hätte, dann hätte ich wahrscheinlich über die Wehrpflicht noch mal anders nachgedacht.“
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Seinen heutigen Amtsnachfolger Pistorius beurteilte zu Guttenberg in diesem Zusammenhang als einen „echte Lichtblick“.
Und dann wurde der Ex-Verteidigungsminister noch einmal persönlich und gewährte einen tiefen Einblick in das politische Geschäft. In der politischen Welt, gestand er, bestünden 90 Prozent des Tages aus „Intrigenabwehr“ und „furchtbar öden Gremiensitzungen“ statt substantieller Themen. Und: „Wenn Sie fragen, kehre ich in diesen Laden jemals zurück? Das können Sie abschreiben“, resümierte er. (rk)
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