Ex-Merkel-Berater Vad: Rußland erreicht seine Ziele trotz ukrainischer Angriffe
Berlin. Der ehemalige Bundeswehrgeneral Erich Vad, ehedem militärischer Berater von Kanzlerin Angela Merkel, bewertet die aktuelle Lage im Ukraine-Konflikt nüchtern: der ukrainische Angriff auf russische Luftwaffenstützpunkte ändere nichts daran, daß Rußland seine strategischen Ziele verfolge. Auch die parallel zu den Verhandlungen fortgesetzten Kampfhandlungen an der Front seien nichts Ungewöhnliches, betonte Vad in einem Gespräch mit der „Berliner Zeitung“.
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Die jüngste Geheimdienstoperation der Ukraine gegen russische Bomberstützpunkte vergleicht Vad mit der „Operation Kursk“: „Sie hatte hohen Symbolwert, aber geringe militärische Bedeutung.“ Zwar demonstriere Kiew damit seine Reichweite, doch weder bringe dies Rußland ins Wanken, noch verändere es die Lage an der Front, wo russische Truppen „langsam, aber stetig“ vorrückten. Vad vermutet westliche Unterstützung bei Aufklärung und Logistik, betont jedoch: „Rußland behält das militärische Übergewicht und arbeitet konsequent auf die vollständige Kontrolle des Donbass hin.“
Zur Diskussion um mögliche deutsche „Taurus“-Lieferungen äußert sich Vad klar: „Deutschland sollte diese Marschflugkörper nicht liefern.“ Sollten sie gegen Hochrisikoziele wie die Kertsch-Brücke oder Moskauer Ministerien eingesetzt werden, könne dies Deutschlands Kriegseintritt bedeuten. Die russischen Verhandlungsziele seien indes transparent: neben der Sicherung des Donbass und der Landbrücke zur Krim fordere Moskau die außenpolitische Neutralität Kiews. Sollte die Ukraine nicht kompromißbereit sein, drohe ein frontaler Durchbruch Rußlands – oder sogar ein „Regime-Change“ durch Geheimdienstoperationen.
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Vad, der sich selbst als Transatlantiker bezeichnet, warnte bereits im Januar 2023 in der „Emma“ vor überzogenen Erwartungen an Panzerlieferungen. Ein ukrainischer Sieg sei unrealistisch, Verhandlungen der einzige Ausweg. Seine Kritik an der strategielosen Haltung des Westens unterstrich er durch die Unterzeichnung des „Manifests für den Frieden“ von Alice Schwarzer und Sahra Wagenknecht. Auch jetzt bleibt Vad bei seiner Einschätzung: Rußland wird seine Ziele erreichen – mit oder ohne Verhandlungen. (mü)
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