Ex-Kanzler als Opfer der Hysterie: Alle wollen Schröder loswerden

Ex-Kanzler als Opfer der Hysterie: Alle wollen Schröder loswerden
Wikimedia/Olaf Kosinsky/

Berlin. Im Zuge der aktuellen Rußland-Hysterie gerät auch Alt-Bundeskanzler Gerhard Schröder massiv ins Visier der Hetzer. Wegen seiner Tätigkeit im Vorstand der Betreibergesellschaft der Ostseepipeline Nord Stream 2 und des russischen Energieversorgers Rozneft soll Schröder jetzt beim DFB, beim BVB und womöglich sogar bei der SPD hinausgeworfen werden. Auch die Ehrenbürgerwürde seiner Heimatstadt Hannover wird in Abrede gestellt.

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Es mutet an wie ein konzertiertes Kesseltreiben. Beim DFB droht dem Altkanzler der Verlust seiner Ehrenmitgliedschaft, sollte er nicht auf alle Funktionen bei russischen Staatskonzernen verzichten. Erst kürzlich war bekannt geworden, daß Schröder eine Position im Gazprom-Vorstand übernehmen soll. Die Fußballfunktionäre stellten dem Alt-Bundeskanzler ein Ultimatum für seine Entscheidung.

Auch Borussia Dortmund mobbt Schröder. Auch dort ist er Ehrenmitglied. Und auch dort stoßen sich die Vereinsfunktionäre an seinen Posten.

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Auf Distanz gehen zu müssen glauben aber auch Schröders Mitarbeiter in seinem Ex-Kanzler-Büro. Alle drei plus der Büroleiter erklärten jetzt, sich hätten sich wegen Schröders Putin-Nähe mit ihm überworfen und könnten seine Haltung „nicht länger mittragen“.

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Bei soviel vorauseilender Fußfälligkeit darf die eigene Partei, die SPD, nicht fehlen. Sie droht dem früheren Bundeskanzler schon seit Wochen wegen seiner moderaten Äußerungen im Ukraine-Konfikt mit Rauswurf. SPD-Chef Klingbeil legte jetzt nach und empörte sich auf Facebook: „Mit einem Aggressor, mit einem Kriegstreiber wie Putin macht man keine Geschäfte. Als Bundeskanzler a.D. handelt man nie komplett privat. Schon gar nicht in einer Situation wie der jetzigen. Es ist deswegen überfällig, die geschäftlichen Beziehungen zu Putin zu beenden. Das erwarte ich unmißverständlich." (rk)

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