Ex-BND-Chef: „Werden froh sein, die Russen als Partner zu haben“
Berlin. In der deutschen Politik mehrten sich zuletzt die Angriffe auf das russisch-deutsche Pipelineprojekt Nord Stream 2. Jetzt hat sich mit dem früheren BND-Chef Gerhard Schindler ein Befürworter zu Wort gemeldet. In seinem als Streitschrift angelegten Buch „Wer hat Angst vorm BND“ spricht er neben vielen anderen Themen auch über die Beziehung zu Rußland und verteidigt die Pipeline. Abonniere jetzt: >> Die starke Stimme für deutsche Interessen
Der Glaube, man könne Präsident Putin mit Sanktionen niederzwingen, sei wenig realistisch, warnt Schindler. Trotz berechtigter Kritik sei es klug, Rußland einzubeziehen und nicht aus der Gruppe der führenden Wirtschaftsmächte (G7, früher G8) auszugrenzen. „Wenn die internationale Gemeinschaft Rußland nicht die Hand reichen will, dann sollten wir es tun. Die Russen mögen uns Deutsche, und dieses Pfund nicht zu nutzen, wäre fahrlässig.“
Überhaupt sollten die wirtschaftlichen und kulturellen Beziehungen zu Moskau ausgebaut werden. Die Gaspipeline Nord Stream 2 sei ein gutes Beispiel dafür – die Kritik daran lasse sich „unschwer auf konkurrierende Eigeninteressen der Kritiker zurückführen“. Deutschland werde in Zukunft noch froh sein, „wenn wir Rußland als Partner und die Russen als Freunde an unserer Seite haben“. (st)
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