Etablierte am Hyperventilieren: Schwarz-weiß-rote Fahnen vor dem Reichstag

Berlin. Bei den Etablierten herrscht Schnappatmung. Auslöser sind Bilder von schwarz-weiß-roten Fahnen, die am Rande der großen Anti-Corona-Demonstration am Samstag in Berlin unmittelbar vor dem Reichstag geschwenkt wurden. Mehreren hundert Demonstranten war es gelungen, durch die Absperrgitter der Polizei hindurch auf die Stufen vor dem Reichstag zu gelangen. Die Aktion verlief bis auf vereinzelte Rangeleien mit Polizisten gewaltfrei. Abonniere jetzt: >> Die starke Stimme für deutsche Interessen

Vertreter der etablierten Parteien überbieten sich nun in Äußerungen des Abscheus und der Betroffenheit. So erklärte Bundespräsident Steinmeier: „Reichsflaggen und rechtsextreme Pöbeleien vor dem Deutschen Bundestag sind ein unerträglicher Angriff auf das Herz unserer Demokratie. Das werden wir niemals hinnehmen.“

Auch Bundestagspräsident Schäuble zeigte sich echauffiert und sagte: „Nach diesen Szenen sollte der Letzte verstanden haben, daß es auch Grenzen des Anstands gibt, wie weit man mitträgt, wer mit einem mitläuft.“ Innenminister Seehofer (CSU) wiederum erklärte das Vorgehen der „Chaoten und Extremisten“ für „unerträglich“. Und Außenminister Maas (SPD) bezeichnete das Schwenken von Reichsflaggen als „beschämend“. Diese hätten vor dem Deutschen Bundestag nichts verloren, apportierte auch SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz.

Videos, die im Internet kursieren, zeigen, wie weit mehr als hundert jubelnder und zum Teil lautstarker Menschen minutenlang auf und oberhalb der großen Treppe direkt vor der Tür des Reichstags stehen. Neben der Reichsfahne sind auch deutsche, amerikanische und russische Fahnen sowie Transparente zu sehen.

Eine Teilnehmerin der Aktion berichtete unterdessen im sozialen Medium Facebook, Polizisten aus Baden-Württemberg hätten den Demonstranten eine Lücke im Absperrgitter geöffnet und so die „Erstürmung“ der Reichstagstreppe erst ermöglicht. Ob aus eigenem Antrieb oder gesteuert, ist nicht bekannt. (rk)

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