Es wird eng für die Ukraine: Rußland mobilisiert bis zu 492.000 Soldaten
Moskau. Militärexperten rechnen seit geraumer Zeit damit, daß der Waffengang in der Ukraine im November in eine entscheidende Phase eintreten könnte. Während sich die ukrainische Gegenoffensive im Süden offenbar unter großen Verlusten für die Angreifer festgefahren hat, nähert sich die russische Mobilisierung ihrem Abschluß und macht neue Kräfte für eine mögliche russische Offensive verfügbar. Analysten machten dabei eine überraschende Entdeckung: von der russischen Mobilisierung sind offenbar weit mehr als die offiziell gemeldeten 300.000 Soldaten betroffen.
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Das unabhängige russische Medienportal „mediazona“, das sich auf Bürgerrechtsthemen und Behördenwillkür spezialisiert hat, hat die Zahlen der in den letzten Wochen in Rußland geschlossenen Hochzeiten analysiert. Deren Zahl ist mit der Bekanntgabe der Mobilisierung im September sprunghaft gestiegen. Das Portal hat die Zahlen von 75 der 85 russischen Regionen ausgewertet und verglich sie mit denen der vergangenen Jahre. Der Befund ergibt ein deutliches Bild: insgesamt wurden 492.000 Männer mobilisiert – und nicht 300.000, wie offiziell verlautete.
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Für den weiteren Kriegsverlauf könnte das erhebliche Auswirkungen haben. Die ukrainischen Streitkräfte befinden sich derzeit bereits in der vierten Mobilisierung und rufen nunmehr auch über 45jährige Männer zu den Waffen. Gleichzeitig sind die Verluste hoch – der US-Experte und Ex-Militär Douglas Macgregor nahm im Oktober in einem Interview ukrainische Verluste von bis zu 100.000 Toten und bis zu 400.000 Verwundeten an. Derzeit sollen noch rund 180.000 Mann kampffähig sein. Ihnen stünden dann bis zu 492.000 frisch einberufene und rund 150.000 schon im Kampf stehende russische Soldaten gegenüber. (mü)
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