Es geht auch ohne Baerbock: Künftiger Außenminister Wadephul auf dem Rußland-Kriegspfad

Es geht auch ohne Baerbock: Künftiger Außenminister Wadephul auf dem Rußland-Kriegspfad
Wikimedia/Olaf Kosinsky/

Berlin. Noch eine Ministerpersonalie in der künftigen Merz-Regierung, die es in sich hat: Baerbock-Nachfolger soll der 62jährige CDU-Sicherheitsexperte Johann Wadephul werden. Zwar wird der nordfriesische Bundestagsabgeordnete keine „feministische Außenpolitik“ wie seine grüne Amtsvorgängerin betreiben.  Doch in puncto Rußland-Hysterie steht er ihr in nichts nach.

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Im Gegenteil: Wadephuls erklärte Feindseligkeit gegenüber Moskau übertrifft selbst Baerbocks vorlaute Kriegsrhetorik und macht ihn zu einem Sicherheitsrisiko für deutsche Interessen.

Der designierte Außenminister, der seit Jahren für seine militant antirussische Haltung bekannt ist, tritt wie sein Dienstherr Merz mit Nachdruck dafür ein, deutsche „Taurus“-Marschflugkörper an die Ukraine zu liefern und – wie er in einem peinlichen Telefonat mit zwei russischen Komikern (die sich als ukrainische Regierungsvertreter ausgaben) verriet – die Wehrpflicht wieder einzuführen. „Rußland wird für uns immer ein Feind bleiben“, plapperte Wadephul ahnungslos im Fake-Interview von Wowan und Lexus, den berüchtigten Moskauer Netz-Witzbolden.

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Zwar mag Wadephuls Englisch besser sein als das seiner Amtsvorgängerin, inhaltlich wandelt er aber auf ungute Weise in deren Spuren: statt deutscher Interessenpolitik und einer Diplomatie des Ausgleichs predigt er die Logik des ewigen Feindbilds. Daß er dabei auf simple Prankster-Tricks hereinfällt, wirft kein gutes Licht auf seine Urteilsfähigkeit in sicherheitspolitischen Fragen.

Kanzler Merz scheint aber genau diese Mischung aus Hardliner-Rhetorik und diplomatischer Unbedarftheit zu schätzen. Wadephuls Ernennung signalisiert: die CDU will zwar den grünen Gender-Ballast abwerfen – aber an der Rußland-Politik der Vorgängerregierung soll sich nichts ändern. (rk)

CC BY-SA 3.0 de (Bildformat bearb.)

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