Ein NATO-Hardliner kommt zur Besinnung: Tschechischer Präsident für neue Rußland-Politik

Ein NATO-Hardliner kommt zur Besinnung: Tschechischer Präsident für neue Rußland-Politik

Prag. In einem BBC-Interview hat der tschechische Präsident Petr Pavel die Europäische Union zu einem strategischen Kurswechsel in ihrer Rußland-Politik aufgefordert. Sobald der Ukraine-Krieg beendet sei, müsse die EU Sicherheitsdialoge mit Moskau anstreben und die wirtschaftlichen Beziehungen schrittweise wiederaufnehmen, so der frühere NATO-General.

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Pavel, der als Ex-Vorsitzender des NATO-Militärausschusses bisher eine kompromißlose Haltung gegenüber Rußland vertrat, äußerte sich nun erstaunlich flexibel: „Was haben wir für Alternativen – wir und die Ukraine? Rußland endlos zu bekämpfen? Das würde wohl große menschliche Verluste und schwere wirtschaftliche Schäden für uns alle bedeuten.“ Zwar bleibe ein Ausgleich mit Moskau derzeit unwahrscheinlich, doch müsse man realistische Perspektiven entwickeln.

Der Staatschef gestand ein, daß eine rasche Rückeroberung aller besetzten ukrainischen Gebiete selbst mit westlicher Hilfe kaum möglich erscheine – jedenfalls nicht ohne untragbare Opfer. Ein Friedensschluß könnte nicht nur den Wiederaufbau der Ukraine ermöglichen, sondern bei entsprechendem russischen Verhalten auch Moskaus Rückkehr an den Verhandlungstisch europäischer Sicherheitspolitik.

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Bemerkenswert ist Pavels Hinweis auf die Stimmung in der Bevölkerung: „Ein bedeutender Teil unserer Bevölkerung wünscht sich gute Beziehungen zu Rußland – nicht aus Unterwürfigkeit, sondern weil Verhandlungen immer besser sind als Konflikte.“ (mü)

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